Politik & Gesellschaft

Marion Maréchals Ausstellungsbesuch sorgt für Streit im rechten Lager

Die Europaabgeordnete Marion Maréchal besuchte in Straßburg eine Ausstellung des italienischen Vereins Pro Vita & Famiglia. Ihr Auftritt legt Differenzen mit der Führung des Rassemblement national über den Umgang mit Schwangerschaftsabbrüchen offen.

Straßburg – 17.09.2026: Der Besuch Marion Maréchals bei einer Ausstellung über die Entwicklung des Embryos im Europäischen Parlament sorgt im französischen rechten Lager für Irritationen. Die Europaabgeordnete nahm am Dienstag, dem 15. September, in Straßburg an der Eröffnung der Schau "Just EUman – Wie ein europäischer Bürger entsteht" teil. Veranstaltet wurde sie während der Plenartagung des Parlaments.

Initiator war der italienische Europaabgeordnete Paolo Inselvini von Fratelli d'Italia, der wie Maréchal der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer angehört. Beteiligt war zudem der italienische Verein Pro Vita & Famiglia. Die Organisation tritt gegen Schwangerschaftsabbrüche auf und lehnt die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare sowie Adoptionen durch homosexuelle Paare ab.

Maréchal ist in Frankreich mit dem Rassemblement national verbündet, gehört der Partei jedoch nicht an. Sie führt die 2024 gegründete Bewegung Identité-Libertés. Franceinfo zufolge reagierte der Vorsitzende des Rassemblement national, Jordan Bardella, spöttisch auf ihre Anwesenheit. Aus Maréchals Umfeld hieß es dagegen, sie habe nach Abstimmungen lediglich anwesende Abgeordnete begrüßt. Die Ausstellung selbst fordere kein ausdrückliches Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen.

Die Schau war vom 14. bis 17. September im Weiss-Gebäude zu sehen. Sie beschreibt die Entwicklung des Embryos von der Befruchtung bis zur Geburt und richtet sich nach Darstellung ihrer Veranstalter an Abgeordnete und Besucher. Pro Vita & Famiglia beruft sich dabei auf biologische Erkenntnisse zur vorgeburtlichen Entwicklung. Inselvini erklärte zugleich öffentlich, die Europäische Union solle Schwangerschaftsabbrüche nicht finanzieren, sondern Familien und Schwangere in schwierigen Situationen unterstützen.

Die Vorsitzenden der Linksfraktion, der Sozialdemokraten und der Grünen im Europäischen Parlament verlangten am 16. September in einem Schreiben an Parlamentspräsidentin Roberta Metsola, die Ausstellung zu entfernen. Manon Aubry, Iratxe García Pérez und Terry Reintke sahen darin einen Versuch, den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen infrage zu stellen. Die Organisatoren weisen diese Lesart zurück und bezeichnen die Schau als Informationsangebot.

Abgeordnete dürfen in den Parlamentsgebäuden grundsätzlich Ausstellungen veranstalten. Erforderlich sind eine vorherige Genehmigung, ein nichtkommerzieller Charakter und die Vereinbarkeit mit den Werten der Europäischen Union. Beschwerden können eine nachträgliche Prüfung auslösen.

Für das Rassemblement national ist der Vorgang politisch heikel. Die Partei versucht, gesellschaftspolitische Konflikte zu vermeiden, die ihre Strategie der Normalisierung erschweren könnten. Seit dem 8. März 2024 schützt die französische Verfassung ausdrücklich die Freiheit von Frauen, einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen. Maréchals Besuch macht sichtbar, dass diese Frage innerhalb des rechten Bündnisses keineswegs befriedet ist.

Quellen

  • Franceinfo
  • Europäisches Parlament
  • Pro Vita & Famiglia
  • Agence France-Presse
  • Élysée

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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