Politik & Gesellschaft

Marseille setzt Drohnen gegen nächtliche Motorrad-Rodeos ein

Hunderte Fahrer versammeln sich laut Franceinfo regelmäßig auf einer Straße in Marseille. Wegen riskanter Manöver und nächtlichen Lärms verstärkt die Polizei ihre Kontrollen mit Drohnen.

Marseille – 14.09.2026: Wenn die Motoren aufheulen, schließen Anwohner in Marseille die Fenster – und finden dennoch keinen Schlaf. Nach einem Bericht von Franceinfo versammeln sich täglich Hunderte junge Fahrer auf einer Straße der Stadt. Viele sind mit Motorrädern unterwegs, die dem Sender zufolge technisch verändert wurden. Ihre Fahrten führen immer wieder dicht an Wohnhäusern vorbei.

Für die Nachbarschaft wird vor allem die Dauer der Treffen zur Belastung. Das Dröhnen der Motoren und die wiederholten Durchfahrten ziehen sich dem Bericht zufolge bisweilen bis drei Uhr morgens. Bewohner schildern eine Nacht für Nacht wiederkehrende Störung. Eine Straße wird so zur improvisierten Rennstrecke, während Familien, Berufstätige und ältere Menschen in den angrenzenden Häusern um ihre Ruhe gebracht werden.

Die Polizei hat ihre Kontrollen gegen diese Motorrad-Rodeos verstärkt und setzt dabei auch Drohnen ein. Die Fluggeräte sollen den Beamten einen Überblick über die Bewegungen der Gruppen, beteiligte Fahrzeuge und mögliche Fluchtwege verschaffen. Gerade bei schnellen Zweirädern ist ein unmittelbares Eingreifen schwierig: Verfolgungsfahrten können zusätzliche Gefahren für Passanten, Einsatzkräfte und Fahrer verursachen.

Die Aufnahmen aus der Luft ersetzen keine Kontrolle am Boden. Sie können den Polizeikräften jedoch helfen, Einsätze vorzubereiten, Fahrzeuge zuzuordnen und ihre Maßnahmen gezielter zu koordinieren. Ob die jüngsten Kontrollen bereits zu Beschlagnahmungen, Anzeigen oder Ermittlungsverfahren geführt haben, teilte Franceinfo nicht mit. Auch über die genaue Zahl der eingesetzten Beamten und Drohnen liegen keine Angaben vor.

Motorisierte Rodeos gelten in Frankreich nicht als bloße Ruhestörung, sondern als Straftat. Das Gesetz vom 3. August 2018 erfasst absichtliche und wiederholte riskante Fahrmanöver, wenn sie die Sicherheit im Straßenverkehr gefährden oder die öffentliche Ruhe beeinträchtigen. In der Grundform drohen ein Jahr Freiheitsstrafe und 15.000 Euro Geldstrafe. Unter erschwerenden Umständen, etwa bei gemeinschaftlicher Begehung, fallen die möglichen Strafen höher aus.

Ein Gericht kann zudem das verwendete Fahrzeug einziehen, den Führerschein entziehen oder ein Fahrverbot verhängen. Die nationale Polizei weist darauf hin, dass Drohnen innerhalb des gesetzlichen Rahmens zur Bekämpfung solcher Delikte eingesetzt werden können. Entscheidend für die Einsatzkräfte ist dabei die Verbindung von Beobachtung aus der Luft und Zugriff am Boden.

Der Einsatz in Marseille richtet sich gegen zwei konkrete Folgen der Treffen: die Gefahr durch riskante Fahrmanöver und den Lärm, der Anwohner bis tief in die Nacht wach hält. Nach Angaben von Franceinfo verfolgt die Polizei die beteiligten Fahrer deshalb inzwischen auch aus der Luft.

Quellen

  • Franceinfo
  • Police nationale
  • Légifrance

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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