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Marseille wird nachhaltig – Die erste Slow Fashion Week startet durch

Marseille, die südfranzösische Hafenstadt, bekannt für Sonne, Meeresbrise und Bouillabaisse – und bald auch für nachhaltige Mode. Vom 7. bis 14. Juni 2025 findet dort zum allerersten Mal die Slow Fashion Week statt. Ein mutiger und zukunftsweisender Schritt, mit dem sich die Stadt als Hotspot für ethische und bewusste Mode positioniert. Hinter dem Projekt steckt…

Foto Olivia Chaber

Marseille, die südfranzösische Hafenstadt, bekannt für Sonne, Meeresbrise und Bouillabaisse – und bald auch für nachhaltige Mode. Vom 7. bis 14. Juni 2025 findet dort zum allerersten Mal die Slow Fashion Week statt. Ein mutiger und zukunftsweisender Schritt, mit dem sich die Stadt als Hotspot für ethische und bewusste Mode positioniert. Hinter dem Projekt steckt der engagierte Modekollektiv BAGA, das frischen Wind in die Modewelt bringt – ökologisch, inklusiv und verantwortungsvoll.

https://twitter.com/laetitiafauveau/status/1931454426625044500

Eine Woche, die mehr als Mode zeigt

Vergiss Glanz und Glamour um jeden Preis – bei dieser Fashion Week steht der Mensch und die Umwelt im Mittelpunkt. In einer Woche voller Aktivitäten lädt Marseille zu Modenschauen, Workshops, Konferenzen und Ausstellungen ein. Die Türen stehen offen – nicht nur für Modeprofis, sondern für alle, die neugierig auf einen bewussteren Lebensstil sind.

Doch was erwartet die Besucher genau? Zum Beispiel Mode aus recycelten Stoffen – manche stammen sogar aus den Überresten großer Luxuslabels. Oder Diskussionen über neue Gesetze gegen Fast Fashion. Dazu kommen Events, die sich der Vielfalt in der Mode widmen. Das klingt nicht nur spannend, sondern fühlt sich auch richtig an.

Die treibende Kraft: BAGA

BAGA, das steht nicht für irgendein Marketingprojekt, sondern für eine echte Bewegung. Der 2024 gegründete Zusammenschluss zählt rund 80 Mitglieder – 96 Prozent davon Frauen. Sie alle verbindet ein gemeinsames Ziel: Marseille soll zur Hauptstadt für bewusste Mode werden. Dafür planen sie nicht nur die Fashion Week, sondern über das Jahr verteilt weitere Events, bei denen lokales Design und nachhaltige Prinzipien großgeschrieben werden.

Der kreative Impuls kommt also direkt aus der Stadt – und das ist kein Zufall. Marseille sprüht nur so vor Ideen, vor allem wenn es darum geht, gesellschaftlich etwas zu bewegen.

Nachwuchstalente im Rampenlicht: Studio Lausié

Ein besonderes Highlight der Woche ist der Abschlussevent im prachtvollen Palais du Pharo. Dort zeigen die Studierenden der Modeschule Studio Lausié, was sie können – und das ist beeindruckend. Ihre Kollektionen bestehen komplett aus wiederverwerteten Materialien. Die Schule, gegründet von Marion Lopez, verfolgt eine klare Mission: junge Talente im Sinne der Umwelt auszubilden und zu inspirieren.

Hier wird nicht nur designt – hier wird gedacht, gefühlt und umgestaltet. Und wer sich fragt, wie die Mode der Zukunft aussehen könnte, bekommt dort eine eindrucksvolle Antwort.

Mehr als nur eine Modenschau

Was wäre eine Fashion Week ohne ein buntes Rahmenprogramm? In Marseille verteilen sich die Veranstaltungen über die ganze Stadt: von Designateliers über öffentliche Plätze bis hin zu kleinen Galerien. Besucher können beim Upcycling mitmachen, Designer in ihren Ateliers besuchen, inspirierende Vorträge hören oder in temporären Ausstellungen neue Perspektiven auf Stoff, Stil und Nachhaltigkeit gewinnen.

Und das ist kein oberflächlicher Zeitvertreib – es geht darum, einen Dialog zwischen Kreativen, Modeprofis und dem Publikum zu schaffen. Wer hätte gedacht, dass ein Fetzen Stoff so viel auslösen kann?

Glaubwürdigkeit statt Greenwashing

Das Modebusiness hat in Sachen Greenwashing nicht den besten Ruf. Die Organisatoren der Slow Fashion Week setzen deshalb auf radikale Transparenz: Sie berechnen den ökologischen Fußabdruck jedes Events und veröffentlichen die Zahlen am Ende der Woche. Eine mutige, aber nötige Entscheidung. Denn wenn nachhaltige Mode überzeugen will, dann muss sie auch zeigen, was sie wirklich bringt – oder eben nicht.

Dieses Vorgehen zeigt: Hier wird nicht nur geredet, sondern auch gehandelt. Ein Schritt, der Vertrauen schafft und eine tiefere Auseinandersetzung mit unserem Konsumverhalten anregt.

Marseille zeigt Haltung

Marseille nimmt mit dieser Initiative eine Vorreiterrolle ein. Die Slow Fashion Week ist nicht nur ein Modeevent – sie ist ein politisches und kulturelles Statement. Sie zeigt, dass ein Wandel möglich ist, wenn Kreative, Bürger und Institutionen an einem Strang ziehen. Ob Upcycling oder Inklusion, ob lokale Produktion oder transparente Prozesse – in Marseille werden diese Themen nicht nur thematisiert, sondern gelebt.

Und ganz ehrlich: Wenn eine Stadt so viel Herzblut in ihre Vision von nachhaltiger Mode steckt, kann man nicht anders, als hinzuschauen – und hinzufahren.

Von C. Hatty

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