Wirtschaft

Medef-Chef warnt vor Sondersteuer für TotalEnergies

Patrick Martin weist Forderungen nach einer Sondersteuer auf hohe Ölgewinne zurück. Der Medef-Präsident verweist auf die Bedeutung von TotalEnergies für Frankreichs Versorgung und die Begrenzung der Kraftstoffpreise.

Paris – 24.09.2026: Der Präsident des französischen Arbeitgeberverbands Medef, Patrick Martin, hat Forderungen nach einer zusätzlichen Abgabe auf außergewöhnliche Gewinne von TotalEnergies zurückgewiesen. In der Debatte über hohe Energiepreise warnte er davor, den Konzern pauschal zum politischen Gegner zu erklären. Frankreich könne es sich nach seiner Auffassung nicht leisten, die strategische Bedeutung eines großen, international tätigen Energieunternehmens zu unterschätzen.

Anlass ist die erneute Diskussion über eine Sondersteuer auf Gewinne der Öl- und Gasbranche. Sie hat an Schärfe gewonnen, weil die Preise für Rohöl und Kraftstoffe infolge des Konflikts im Nahen Osten deutlich gestiegen sind. In mehreren europäischen Staaten werden Abgaben auf außergewöhnliche Erträge der Energiekonzerne verlangt. Auch in Frankreich fordern Teile der Opposition, TotalEnergies stärker an den Kosten der öffentlichen Entlastungsmaßnahmen zu beteiligen.

Martin hält dem die Versorgungssicherheit entgegen. Ohne TotalEnergies, sagte der Medef-Präsident, wäre Frankreich möglicherweise nicht vorrangig beliefert worden. Sein Argument verweist auf die Struktur des Unternehmens: Der Konzern verfügt über eigene Förderaktivitäten, Raffinerien, Handelsgeschäfte und ein dichtes Tankstellennetz. Dadurch kann er die internationale Beschaffung enger mit dem französischen Markt verbinden als Unternehmen, die ausschließlich im Handel tätig sind.

TotalEnergies hat seine Preisbegrenzung an französischen Tankstellen im Sommer 2026 ausgeweitet. Seit dem 22. Juli gelten nach Angaben des Unternehmens Höchstpreise von 1,99 Euro je Liter Benzin und 2,25 Euro je Liter Diesel. Konzernchef Patrick Pouyanné bezifferte die Kosten der Maßnahme zuletzt auf 250 bis 300 Millionen Euro. Es handelt sich allerdings um eine freiwillige Entscheidung des Unternehmens, nicht um eine staatliche Preisregulierung.

Die Ertragslage verschärft zugleich die politische Kontroverse. TotalEnergies meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Nettogewinn von 11,2 Milliarden US-Dollar, 72 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal lag der Gewinn bei 5,4 Milliarden Dollar. Höhere Ölpreise sowie Erträge aus Handel und Raffinerien glichen Produktionsausfälle in mehreren Staaten am Persischen Golf teilweise aus.

Die französische Regierung hat eine neue Abgabe bislang nicht grundsätzlich ausgeschlossen, jedoch auf offene Fragen zur Ausgestaltung und zur europäischen Abstimmung verwiesen. Bei einer rein nationalen Sondersteuer wäre zudem zu klären, wie sich die in Frankreich erwirtschafteten Gewinne vom internationalen Konzernergebnis abgrenzen lassen. TotalEnergies erzielt den überwiegenden Teil seiner Einnahmen außerhalb Frankreichs, während die Preisbegrenzung vor allem dem heimischen Markt zugutekommt.

Martins Vorstoß entspricht der Linie des Medef, weitere Unternehmenssteuern in der Haushaltsdebatte abzulehnen. Die Befürworter einer Sonderabgabe verweisen dagegen auf den starken Gewinnanstieg. Damit stehen zwei konkrete Interessen gegeneinander: zusätzliche Einnahmen für öffentliche Entlastungen und der Anspruch, die Investitions- und Lieferfähigkeit eines für Frankreich wichtigen Energiekonzerns zu erhalten.

Quellen

  • franceinfo
  • TotalEnergies
  • Agence France-Presse via Boursorama
  • Medef

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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