Algier – 06.08.2026: Die algerischen Behörden haben Mehdi Laribi, genannt "Tic", am 20. Juli festgenommen. Französische Ermittler betrachten den französisch-algerischen Doppelstaatsbürger aus Marseille als mutmaßlichen Mitbegründer der kriminellen Gruppierung DZ Mafia. Öffentlich bekannt wurde der Zugriff am 5. August. Frankreichs Justizminister Gérald Darmanin würdigte ihn als Ergebnis der Zusammenarbeit mit Algerien.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Marseille liegt gegen Laribi ein französischer Haftbefehl aus den unter dem Namen "Octopus" geführten Ermittlungen vor. Die Justiz wirft ihm unter anderem die Leitung einer Vereinigung zum Zweck des Drogenhandels, Verstöße gegen das Betäubungsmittelrecht, die Bildung einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche vor. Dabei handelt es sich um Anschuldigungen; über eine strafrechtliche Schuld ist nicht entschieden. In Algerien wurde Laribi einen Tag nach seiner Festnahme unter gerichtliche Aufsicht gestellt.
Nicht hinreichend belegt ist dagegen der gemeldete Zugriff auf Rachid Djeha. Der Ausgangshinweis bezeichnet ihn als mutmaßlichen Funktionär des Drogenhandels im Marseiller Viertel La Castellane. Bis zum 6. August lag dafür jedoch keine belastbare Bestätigung einer zuständigen Behörde oder mehrerer voneinander unabhängiger Qualitätsmedien vor. Zeitpunkt, Umstände und rechtliche Grundlage einer möglichen Festnahme können deshalb ebenso wenig als gesichert gelten wie Djehas behauptete Stellung innerhalb des Netzwerks.
Die Ermittlungen gegen Laribi gehören zur Operation "Octopus", die im März 2026 in Südfrankreich stattfand. Rund 900 Gendarmen waren daran beteiligt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden 40 Menschen festgenommen und 26 von ihnen anschließend angeklagt. Das Verfahren richtet sich gegen mutmaßliche Führungs- und Unterstützungsstrukturen der DZ Mafia sowie gegen Geldströme, die dem Netzwerk zugerechnet werden. Die Gruppierung steht seit Jahren im Fokus der französischen Behörden, die den organisierten Drogenhandel in Marseille und die damit verbundene Gewalt bekämpfen.
Eine Auslieferung Laribis nach Frankreich ist nach den vorliegenden Angaben wegen seiner algerischen Staatsangehörigkeit nicht vorgesehen. Möglich ist stattdessen ein Verfahren vor einem algerischen Gericht. Frankreich soll mehrere Rechtshilfeersuchen zu mutmaßlichen Mitgliedern der DZ Mafia übermittelt haben, die sich außerhalb des Landes aufhalten. Ob und in welchem Umfang daraus eigene Ermittlungen entstehen, entscheidet die algerische Justiz.
Der Zugriff erfolgte nach einer erneuten Annäherung beider Länder in Polizei- und Justizfragen. Darmanin reiste am 18. Mai nach Algier; im Juni trafen sich weitere Vertreter der Justiz- und Sicherheitsbehörden. Für das französische Verfahren ist nun maßgeblich, welche rechtmäßig gewonnenen Erkenntnisse Algerien übermittelt. Laribi bleibt währenddessen der algerischen Justiz unterstellt.
Quellen
- Le Monde
- RTL
- Algérie Presse Service
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).