Politik & Gesellschaft

Mehr als 400 französische Gymnasien bleiben am Freitag geschlossen

Wegen landesweiter Schulblockaden bleiben am 2. Oktober mehr als 400 Gymnasien geschlossen. Die Gewerkschaft CFDT fordert politische Antworten auf die Anliegen der Jugendlichen.

Paris – 01.10.2026: Wegen der landesweiten Blockaden an französischen Gymnasien bleiben am Freitag, dem 2. Oktober, mehr als 400 Einrichtungen geschlossen. Bildungsminister Édouard Geffray kündigte an, betroffene Schulen sollten auf Fernunterricht umstellen, wenn Schülerinnen und Schüler dort nicht sicher empfangen werden könnten. Die Entscheidung folgt auf erhebliche Störungen und teilweise gewaltsame Zwischenfälle in mehreren Städten.

Die Protestbewegung begann vor allem im Großraum Paris und erfasste innerhalb weniger Tage weitere Schulbezirke. Nach Angaben der Schülergewerkschaft Union syndicale lycéenne richten sich die Proteste gegen fehlende Lehrkräfte, überfüllte Klassen, sanierungsbedürftige Gebäude und die als belastend empfundenen Verfahren beim Hochschulzugang über die Plattform Parcoursup. Zu den Forderungen gehören außerdem mehr Personal und bessere Mittel für den Schulalltag.

Der Gewerkschaftsbund CFDT mahnte am Donnerstag, die Anliegen der Jugendlichen dürften nicht hinter der Debatte über die öffentliche Ordnung verschwinden. Die Schülerinnen und Schüler müssten gehört werden, ihre Forderungen verlangten politische Antworten. Die CFDT wendet sich damit gegen eine rein sicherheitspolitische Deutung der Proteste, ohne Ausschreitungen und Sachbeschädigungen zu rechtfertigen.

Die Regierung reagierte mit einer interministeriellen Krisensitzung im Innenministerium. Premierminister Sébastien Lecornu berief die Runde am Donnerstag in Paris ein. Bildungs- und Innenministerium hatten zuvor bereits Präfekten sowie die Leitungen der Schulbezirke zusammengeschaltet. Die Behörden wollen den Zugang zu den Schulen sichern und vor Ort entscheiden, ob Präsenzunterricht möglich ist oder die Gebäude geschlossen bleiben müssen.

Geffray bekräftigte, das Demonstrationsrecht sei grundlegend, Gewalt jedoch kein legitimes Mittel der politischen Auseinandersetzung. Für den 2. Oktober kündigte er Gespräche mit Schülerorganisationen, Personalvertretungen und Elternverbänden an. Beteiligt werden sollen auch Vertreter des nationalen Rates für das Schülerleben. Das Ministerium versucht damit, den Konflikt in geregelte Verhandlungen zu überführen.

Die Lage unterscheidet sich von Region zu Region. Im Département Bouches-du-Rhône sollen mehr als 40 Einrichtungen ab Freitag keinen Präsenzunterricht anbieten. Auch aus Le Havre wurden Schließungen gemeldet; in der Haute-Garonne sollen die Gymnasien ebenfalls geschlossen bleiben. Die Zentralregierung gibt den Rahmen vor, über die konkrete Umsetzung entscheiden jedoch Präfekturen, Schulbezirke und Schulleitungen.

Politisch erhält der Konflikt zusätzliches Gewicht, weil die Proteste mit einer breiteren sozialen Mobilisierung zusammenfallen. Die Klagen über Personalmangel, überfüllte Klassen und den Zustand von Schulgebäuden betreffen grundlegende Aufgaben der staatlichen Bildungsversorgung. Mehr als 400 Schließungen machen aus einzelnen Blockaden einen landesweiten Konflikt, auf den die Regierung nun zugleich mit Sicherheitsmaßnahmen und Gesprächen reagiert.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministerium für nationale Bildung
  • Le Monde
  • TF1 Info
  • Public Sénat
  • La Dépêche

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels