Vigo – 21.09.2026: Spanische Zollfahnder haben im Atlantik ein Segelboot mit mehr als zwei Tonnen Kokain abgefangen. Das unter polnischer Flagge fahrende Schiff wurde rund 400 Seemeilen vor der Küste Galiciens gestoppt und am Montag in den Hafen von Vigo gebracht. Die vier Männer an Bord wurden festgenommen und der Justiz übergeben.
Nach Berichten spanischer Medien erfolgte der Zugriff bereits am 14. September durch die Zollüberwachung der spanischen Steuerbehörde. Deren Einsatzschiff Petrel I lokalisierte die Jacht auf dem mutmaßlichen Weg nach Galicien und schleppte sie anschließend nach Vigo. Die Ermittler hielten die Operation zunächst geheim, offenbar um weitere Zugriffe nicht zu gefährden.
Bei der Durchsuchung entdeckten die Beamten mindestens 70 Ballen mit Kokain. Nach der Ankunft des Schiffes berichteten Behördenvertreter von insgesamt 78 Ballen. Die Ladung wird auf mehr als zwei Tonnen geschätzt; einzelne Medien nennen bis zu 2,5 Tonnen. Eine abschließende amtliche Mengenangabe lag am Montag noch nicht vor.
Das etwa 14 Meter lange Segelboot trägt den Namen Seute Deern. Zur Besatzung gehörten den Berichten zufolge ein Argentinier, ein Kolumbianer, ein Uruguayer und ein Albaner. Gegen sie wird wegen mutmaßlichen internationalen Drogenschmuggels ermittelt. Angaben zu möglichen Haftentscheidungen und den konkreten Vorwürfen der Staatsanwaltschaft wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Der Einsatz gehört zur Operation Doncella, die von der spanischen Zollüberwachung geführt und mit dem französischen Zoll koordiniert wurde. Parallel zum Zugriff auf See nahmen Ermittler in der katalanischen Provinz Girona einen mutmaßlichen Organisator fest. Die Behörden verdächtigen das Netzwerk, Schiffe für den Transport großer Kokainmengen über den Atlantik bereitgestellt zu haben.
Nach Erkenntnissen der Fahnder stand das Segelboot bereits seit Monaten unter Beobachtung. Spanische Medien berichten, dass es zuvor an der spanisch-französischen Mittelmeerküste aufgefallen sei. Woher die Ladung stammte und wo sie auf europäischem Boden übernommen werden sollte, teilten die Behörden bislang nicht mit. Galicien gilt wegen seiner langen, zerklüfteten Küste und seiner zahlreichen kleineren Häfen seit Jahrzehnten als Einfallstor für den Kokainhandel nach Europa.
Im Hafen von Vigo sicherten die Ermittler neben den Drogen auch Unterlagen und technische Geräte aus dem Boot. Ihre Auswertung soll Aufschluss über Geldgeber, Empfänger und mögliche Helfer geben. Das Schiff, die 78 Ballen und die vier festgenommenen Besatzungsmitglieder wurden am Montag den zuständigen Behörden in Vigo übergeben.
Quellen
- Franceinfo
- El País
- Europa Press
- elDiario.es
- Euronews
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).