Paris – 15.09.2026: In französischen Radio– und Fernsehprogrammen sind im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 452 Fälle falscher oder irreführender Klimaaussagen erfasst worden. Das geht aus dem neuen Halbjahresbericht des Observatoire des médias sur l'écologie hervor, an dessen Auswertung Science Feedback beteiligt war. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 mit 353 registrierten Fällen entspricht dies einem Anstieg um 28 Prozent.
Die Untersuchung umfasst Informationsprogramme von 18 audiovisuellen Medien. Als Klimafehlinformation wertet sie Aussagen, die wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen über den Klimawandel oder den Klimaschutz widersprechen oder das Publikum in die Irre führen und im unmittelbaren Anschluss journalistisch weder korrigiert noch eingeordnet werden. Dabei unterscheidet die Erhebung zwischen gezielter Desinformation und falschen Aussagen ohne nachgewiesene Täuschungsabsicht.
Zugleich nahm die gesamte Berichterstattung über Umweltfragen zu. Umwelt- und Klimathemen erreichten zwischen Januar und Juni 5,3 Prozent der untersuchten Informationszeit. Im ersten Halbjahr 2025 hatte ihr Anteil bei 4,9 Prozent gelegen, 2024 bei 3,9 Prozent. Gemessen an der gestiegenen Sendezeit sank die Zahl problematischer Aussagen pro Stunde Klimaberichterstattung insgesamt.
Der absolute Umfang der registrierten Fälle wuchs dennoch deutlich. Besonders häufig fanden die Prüfer irreführende Aussagen in Beiträgen, die Hitzewellen relativierten, den Zusammenhang zwischen der menschengemachten Erderwärmung und extremer Hitze bestritten oder Klimaschutzmaßnahmen pauschal als wirkungslos darstellten. Eine größere öffentliche Aufmerksamkeit während außergewöhnlicher Wetterlagen und energiepolitischer Debatten kann ebenfalls dazu beitragen, dass mehr entsprechende Aussagen in den Programmen auftauchen.
Nach der Zahl der erfassten Fälle lagen Sud Radio, CNews, Europe 1 und RMC erneut an der Spitze der untersuchten Anbieter. Die Auswertung beurteilt jedoch einzelne Sendungen und Aussagen, nicht die gesamte redaktionelle Arbeit eines Senders. Zudem hängt die absolute Zahl davon ab, wie ausführlich ein Medium über Klima- und Umweltthemen berichtet. Hohe Fallzahlen und hohe Fehlerquoten je Sendestunde müssen deshalb getrennt betrachtet werden.
Für die Erhebung werden Äußerungen von Journalistinnen und Journalisten, Kolumnisten, politischen Gesprächspartnern, weiteren Gästen sowie Anrufern in Studiosendungen geprüft. Bereits im Mai hatte die Beobachtungsstelle während einer Hitzewelle vom 23. bis 30. Mai 62 problematische Klimaaussagen dokumentiert. Fast die Hälfte davon stammte demnach von politischen Gästen, deren Aussagen ohne unmittelbare sachliche Einordnung gesendet wurden.
Das Observatoire des médias sur l'écologie veröffentlichte die aktuelle Bilanz am 14. September. Die Zahlen ergeben ein widersprüchliches Bild: Obwohl die Zahl problematischer Aussagen je Sendestunde zurückging, wurden insgesamt 99 Fälle mehr registriert als im ersten Halbjahr 2025.
Quellen
- Franceinfo
- Observatoire des médias sur l'écologie
- Science Feedback
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).