Politik & Gesellschaft

Mélenchon liegt in frühen Umfragen zur Präsidentenwahl vorn

Jean-Luc Mélenchon erreicht in mehreren Umfragen zur französischen Präsidentenwahl 2027 zwischen 15 und 17 Prozent. Seine Stärke bei jungen Wählern und die Zersplitterung der politischen Mitte bringen ihn früh in die Nähe der Stichwahlplätze.

Paris – 11.10.2026: Jean-Luc Mélenchon geht mit besseren Umfragewerten in den frühen Präsidentschaftswahlkampf als bei seinen früheren Kandidaturen. Der 75-jährige Gründer von La France insoumise erreicht je nach Konstellation 15 bis 17 Prozent im ersten Wahlgang. Damit liegt er in mehreren Szenarien nahe bei oder vor Bewerbern des politischen Zentrums und der konservativen Rechten.

Eine Wahlstudie von Ipsos bva und CESI für CEVIPOF, Fondation Jean-Jaurès, Institut Montaigne und Le Monde sieht Mélenchon bei 15,5 bis 17 Prozent. In einer weiteren Ipsos-Erhebung für Le Parisien gewann er gegenüber vergleichbaren Szenarien vom Mai zwei Prozentpunkte hinzu. Marine Le Pen bleibt mit 33 bis 36 Prozent deutlich vorn. Mélenchons Auftrieb verändert daher vor allem den Wettbewerb um den zweiten Platz und damit um den Einzug in die Stichwahl.

Seine wichtigste Stütze sind junge Wähler. In einem Szenario mit Raphaël Glucksmann als Kandidaten eines sozialdemokratisch geprägten Bündnisses und Édouard Philippe als einzigem Bewerber des Zentrums erreichte Mélenchon unter den Befragten unter 25 Jahren 41 Prozent. Diese Altersgruppe reicht nicht für eine nationale Mehrheit. Sie bietet ihm jedoch eine mobilisierbare Basis, besonders in Groß- und Hochschulstädten sowie unter Menschen in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen.

Zugleich profitiert Mélenchon von der Zersplitterung seiner Konkurrenten. Auf der Linken verteilen sich die Stimmen auf ihn, Glucksmann und weitere mögliche Bewerber. Im Macron-nahen Lager konkurrieren vor allem Philippe und Gabriel Attal. Je mehr Kandidaten aus der Mitte und der gemäßigten Rechten antreten, desto eher kann Mélenchon mit einem stabilen Kern seiner Anhängerschaft um den zweiten Platz konkurrieren.

Auch die verbreitete Unzufriedenheit kommt seiner politischen Strategie entgegen. In der großen Ipsos-Studie vom September erwarteten 74 Prozent der Befragten eine Verschlechterung der Lage Frankreichs in den folgenden Monaten. Einen grundlegenden sozialen und politischen Wandel wünschten sich 71 Prozent. Mélenchons scharfe Kritik an wirtschaftlicher Ungleichheit, politischen Eliten und der Bilanz von Präsident Emmanuel Macron trifft damit auf eine ausgeprägte Wechselstimmung.

Die Umfragen belegen allerdings keine breite Zustimmung. In der Erhebung für Le Parisien erklärten 71 Prozent, Mélenchon bereite ihnen große Sorge. Diese Einschätzung teilten auch 57 Prozent der Anhänger der Sozialistischen Partei und 40 Prozent der Grünen-Anhänger. Seiner gefestigten Basis steht somit eine hohe Ablehnung außerhalb des eigenen Lagers gegenüber.

Die Rangfolge hängt zudem von den endgültigen Kandidaturen, möglichen Bündnissen und der Wahlbeteiligung ab. In der September-Studie erklärten 67 Prozent, sicher wählen gehen zu wollen. Vorerst besitzt Mélenchon einen konzentrierten und vergleichsweise gut mobilisierbaren Wählerblock, während seine Konkurrenten um stärker zersplitterte Lager werben.

Quellen

  • franceinfo
  • Ipsos bva und CESI für Le Parisien
  • Ipsos bva und CESI für CEVIPOF, Fondation Jean-Jaurès, Institut Montaigne und Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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