Paris – 17.09.2026: Jean-Luc Mélenchon hat den Vorstandsvorsitzenden von Airbus, Guillaume Faury, getroffen. Franceinfo berichtete am Donnerstag unter Berufung auf einen Abgeordneten von La France insoumise, die Zusammenkunft sei von beiden Seiten seit einiger Zeit gewünscht worden. Angaben zu Ort, Dauer und konkreten Gesprächsinhalten wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Das Treffen fällt auf, weil Mélenchon den direkten Austausch mit Spitzenmanagern großer Konzerne bislang nur selten öffentlich gesucht hat. Der frühere Europaabgeordnete bereitet seine Kandidatur für die französische Präsidentschaftswahl 2027 vor und bemüht sich erkennbar darum, seine wirtschaftspolitischen Vorstellungen auch vor Unternehmensvertretern darzulegen. Airbus zählt dabei zu den strategisch wichtigsten Industriekonzernen Europas. Das Unternehmen unterhält bedeutende französische Standorte, vor allem in Toulouse und Marignane. Faury führt den Luft- und Raumfahrtkonzern seit 2019.
Ein Gespräch mit der Airbus-Spitze berührt mehrere Kernfragen des Programms von La France insoumise: die Rolle des Staates in der Wirtschaft, industrielle Beschäftigung, öffentliche Aufträge, die ökologische Umgestaltung der Produktion und Europas technologische Eigenständigkeit. Mélenchons Bewegung fordert eine stärkere staatliche Steuerung und will öffentliche Hilfen sowie Aufträge enger an soziale und ökologische Bedingungen knüpfen. In welchem Umfang diese Positionen bei der Begegnung zur Sprache kamen, ist nicht bekannt.
Der Termin steht in einer Reihe jüngerer Kontakte zur Wirtschaft. Am 29. Juni nahm Mélenchon in Paris an einem Abendessen mit etwa fünfzig Führungskräften privater und öffentlicher Unternehmen teil. Die von France Industrie organisierte Zusammenkunft, die erst im Juli bekannt wurde, brachte ihn mit Vertretern mehrerer Branchen und großer Konzerne zusammen. Genannt wurden unter anderem Renault, EDF, Safran, Thales und Airbus.
Ende August stellte sich Mélenchon zudem bei der Rencontre des entrepreneurs de France einer Debatte über die Präsidentschaftswahl. Dort warb er für höhere Löhne und eine andere Industriepolitik. Die Gespräche bedeuten keinen erkennbaren programmatischen Kurswechsel. Sie erweitern jedoch den Kreis jener Akteure, denen Mélenchon seine Pläne unmittelbar erläutert, und dienen zugleich der Vorbereitung auf mögliche Konflikte zwischen einem linken Regierungsprogramm und der französischen Industrie.
Für Airbus sind politische Entscheidungen von erheblicher Tragweite. Zivile Luftfahrt, Verteidigung, Raumfahrt und Forschung hängen von langfristigen staatlichen und europäischen Weichenstellungen ab. Hinzu kommen Klimavorgaben, öffentliche Investitionen und die Konkurrenz mit dem US-Hersteller Boeing. Anfang September bekräftigte Faury das Ziel, 2026 insgesamt 870 Flugzeuge auszuliefern. Das Treffen führt Mélenchons beginnenden Wahlkampf damit an einen zentralen Schauplatz französischer und europäischer Industriepolitik.
Quellen
- Franceinfo
- Airbus
- La Dépêche du Midi
- France Industrie
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).