Oakland – 19.08.2026: Vor einem Bundesgericht im kalifornischen Oakland hat ein Prozess gegen Meta begonnen. Mehrere US-Bundesstaaten werfen dem Mutterkonzern von Facebook und Instagram vor, seine Plattformen bewusst mit Funktionen ausgestattet zu haben, die Kinder und Jugendliche zu langer und wiederholter Nutzung verleiten. Die Kläger verlangen Schadenersatz und Änderungen an den Angeboten des Unternehmens.
Die Klage richtet sich unter anderem gegen personalisierte Empfehlungen, Benachrichtigungen und endlos fortlaufende Inhaltsströme. Nach Darstellung der Generalstaatsanwälte wurden diese Elemente darauf ausgerichtet, die Aufmerksamkeit junger Menschen möglichst lange zu binden. Meta habe damit verbundene Gefahren für deren psychische Gesundheit verharmlost und gegenüber der Öffentlichkeit irreführende Angaben gemacht.
Zum Auftakt versammelten sich vor dem Gerichtsgebäude Eltern und Kinderschutzorganisationen. Sie erinnerten an Jugendliche, die nach Cybermobbing, Erpressung mit intimen Bildern oder anderen Belastungen im Internet gestorben sind. Angehörige sehen soziale Netzwerke als Mitursache. Das Verfahren entscheidet jedoch nicht über die Verantwortung für einzelne Todesfälle, sondern über die grundsätzliche Gestaltung und Vermarktung der Plattformen.
Meta weist die zentralen Vorwürfe zurück. Der Konzern verweist auf Schutzvorkehrungen für jugendliche Instagram-Konten, darunter standardmäßig private Profile, Beschränkungen für Nachrichten und Filter gegen problematische Inhalte. Zudem stellt das Unternehmen Eltern Werkzeuge bereit, mit denen sie die Nutzung durch Minderjährige begleiten können. Im Prozess dürfte es daher auch darum gehen, wann diese Maßnahmen eingeführt wurden und ob sie den geltenden Anforderungen genügen.
Die Bundesstaaten berufen sich auf Verbraucherschutzvorschriften. Außerdem werfen sie Meta vor, Daten von Kindern unter 13 Jahren ohne die erforderliche Zustimmung ihrer Eltern erhoben zu haben. Die kalifornische Justizbehörde teilte im Juli mit, das Gericht habe Metas Antrag abgewiesen, das Verfahren noch vor der Hauptverhandlung zu beenden.
Der Rechtsstreit gehört zu einer Serie von Verfahren gegen große Plattformbetreiber in den Vereinigten Staaten. Behörden und Familien wollen klären lassen, in welchem Umfang digitale Dienste für Schäden haften, die mit suchtfördernden Nutzungsmustern, gefährlichen Kontakten oder schädlichen Inhalten zusammenhängen. Auch der Gesetzgeber in Kalifornien hat die Regulierung solcher Angebote verschärft.
Ein Erfolg der Kläger könnte Folgen für die gesamte Branche haben. Verlangt werden neben finanziellen Sanktionen strukturelle Änderungen an Facebook und Instagram, besonders bei Funktionen, die die Nutzungsdauer steigern. Der konkrete Umfang möglicher Auflagen hängt vom Verlauf des Verfahrens und von der gerichtlichen Bewertung der vorgelegten Belege ab.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- California Department of Justice
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).