Buenos Aires – 30.09.2026: Argentiniens Präsident Javier Milei verschärft den Streit mit Großbritannien über die Falklandinseln. Seine Regierung bereitet wegen eines geplanten Ölprojekts im Nordbecken der Inselgruppe ein internationales Verfahren gegen London vor. Buenos Aires betrachtet eine Förderung ohne argentinische Zustimmung als unrechtmäßige Nutzung natürlicher Ressourcen. Großbritannien verwaltet das Archipel im Südatlantik, das in Argentinien Malwinen heißt.
Der Vorstoß folgt auf mehrere Erklärungen Mileis im September. Vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen bekräftigte er den argentinischen Anspruch auf die Inseln und forderte Großbritannien auf, Gespräche über deren Souveränität wieder aufzunehmen. Zugleich erklärte der Präsident, seine Regierung strebe eine friedliche Lösung des Konflikts an.
Anlass der juristischen Offensive ist das Projekt Sea Lion, mit dem Erdölvorkommen vor den Inseln erschlossen werden sollen. Die argentinische Regierung sieht darin einen Eingriff in Rechte, die sie aus ihrem Gebietsanspruch und dem Festlandsockel ableitet. Milei beauftragte das Außenministerium und staatliche Juristen, ein Verfahren auf Grundlage des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen vorzubereiten. Welche Instanz angerufen und wann das Verfahren eingeleitet werden soll, ist bislang nicht abschließend bekannt.
London weist den argentinischen Anspruch zurück. Die britische Regierung erklärte, sie habe keinen Zweifel an der Souveränität Großbritanniens über die Falklandinseln. Sie beruft sich außerdem auf das Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung. Bei einer Abstimmung im Jahr 2013 sprach sich eine große Mehrheit der Bewohner für den Verbleib als britisches Überseegebiet aus. Argentinien erkennt dieses Votum nicht als Grundlage für die Klärung der Souveränitätsfrage an.
In Argentinien besitzt der Anspruch auf die Inseln über politische Lager hinweg große Bedeutung. Im Jahr 1982 ließ die damalige Militärdiktatur das Archipel besetzen. Nach einem rund zehnwöchigen Krieg brachten britische Truppen die Inseln wieder unter Londons Kontrolle. Der Konflikt kostete auf beiden Seiten zahlreiche Soldaten das Leben und prägt das Verhältnis der Staaten bis heute.
Für Milei bietet die Malwinenfrage einen seltenen parteiübergreifenden Bezugspunkt in einem stark polarisierten Land. Der Präsident verbindet den historischen Gebietsanspruch nun mit einem konkreten Streit über Rohstoffe. Neben möglichen Erdölvorkommen sind auch die Fischereirechte in den umliegenden Gewässern wirtschaftlich bedeutsam.
Ein internationales Verfahren könnte das Ölprojekt rechtlich und politisch belasten, würde an der britischen Verwaltung der Inseln zunächst jedoch nichts ändern. London lehnt Verhandlungen über einen Souveränitätswechsel weiterhin ab; Buenos Aires hält an seinem Anspruch fest und setzt dabei nach eigener Darstellung auf diplomatische und juristische Mittel.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Regierung Argentiniens
- EFE
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).