Paris – 19.08.2026: Frankreich zählt nach den Hitzewellen dieses Sommers mindestens 7.300 zusätzliche Todesfälle. Wie Santé publique France am Mittwoch mitteilte, wurden allein zwischen dem 3. und 22. Juli 1.243 Todesfälle mehr registriert, als statistisch zu erwarten gewesen wären. Zusammen mit der außergewöhnlich schweren Hitzeperiode im Juni ergibt sich eine vorläufige Bilanz, die das Ausmaß der gesundheitlichen Belastung erkennen lässt.
Die Behörde spricht bewusst von Übersterblichkeit aller Ursachen. Dafür wird die Zahl der gemeldeten Todesfälle mit einem statistisch errechneten Erwartungswert verglichen. Die Erhebung weist jedoch nicht für jeden Verstorbenen eine medizinisch festgestellte Todesursache aus. Die zusätzlichen Todesfälle lassen sich deshalb nicht sämtlich unmittelbar der Hitze zuschreiben. Sie bilden vielmehr die erhöhte Sterblichkeit während der besonders heißen Wochen ab.
Für die Hitzewelle vom 17. Juni bis 2. Juli hatte Santé publique France zuvor 5.764 zusätzliche Todesfälle ermittelt. Die zweite große Hitzephase vom 4. bis 19. Juli forderte nach der vorläufigen Auswertung weniger Opfer als die Juniperiode. Mit 1.243 weiteren Todesfällen blieb ihre Wirkung dennoch erheblich. Überschneidende Auswertungszeiträume erklären, weshalb die Behörde die Gesamtzahl gerundet mit mindestens 7.300 angibt.
Die Junihitze hatte nahezu das gesamte französische Festland erfasst. Nach der ersten amtlichen Auswertung waren 92 Départements betroffen, in denen 98,5 Prozent der Bevölkerung leben. Besonders hoch fiel die Übersterblichkeit in der Île-de-France aus: Dort wurden knapp 2.000 Todesfälle mehr als erwartet berechnet. Auch Grand Est, Pays de la Loire und Centre-Val de Loire verzeichneten deutliche Ausschläge.
In den Notaufnahmen war die Belastung bereits während der Julihitze sichtbar. Der Gesundheitsindikator iCanicule erfasst unter anderem Hitzschläge, Dehydrierungen und Störungen des Salzhaushalts. Am 10. Juli wurden landesweit 587 entsprechende Behandlungen registriert. Mehr als die Hälfte der Patientinnen und Patienten war mindestens 75 Jahre alt, doch suchten Menschen aus allen Altersgruppen wegen hitzebedingter Beschwerden Hilfe.
Auch meteorologisch war der Sommer außergewöhnlich. Météo-France bewertet die Hitzephase vom 4. bis 19. Juli als bemerkenswert lang. Am 12. Juli galt in 37 Départements die höchste Warnstufe, in 46 weiteren eine erhebliche Warnstufe. Seit Mitte Juni erlebte Frankreich nach Behördenangaben insgesamt 52 Hitzewellentage – ein Rekord noch vor dem Ende des Sommers.
Die Bilanz bleibt vorläufig. Grundlage sind die Sterberegister der Kommunen, deren Angaben auf ganz Frankreich hochgerechnet werden. Da Meldungen zeitversetzt eintreffen, will Santé publique France die Auswertung im Herbst konsolidieren. Erfasst werden Todesfälle zu Hause, in Pflegeeinrichtungen und in Krankenhäusern.
Quellen
- Santé publique France: vorläufige Bilanz zur Übersterblichkeit im Sommer 2026
- Santé publique France: Übersterblichkeit während der Hitzewelle vom 17. Juni bis 2. Juli 2026
- Santé publique France: Gesundheitsbulletin zur Hitzewelle vom 22. Juli 2026
- Météo-France: Rückblick auf die Hitzewelle vom 4. bis 19. Juli 2026
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).