Politik & Gesellschaft

Nach Datendiebstahl beim Fiskus: Lecornu plant neue Cyber-Einheit

Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu hat die Cybersicherheitsbehörde ANSSI mit dem Aufbau einer neuen operativen Einheit beauftragt. Sie soll staatliche Stellen bei Cyberangriffen schneller unterstützen. Anlass ist der jüngste Datendiebstahl bei der Steuerverwaltung.

Paris – 19.08.2026: Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu hat die nationale Cybersicherheitsbehörde ANSSI beauftragt, eine neue operative Einheit zur Abwehr von Cyberangriffen aufzubauen. Sie soll staatlichen Stellen schneller zur Seite stehen, wenn deren Informationssysteme angegriffen werden. Anlass für die Ankündigung ist der jüngste Datendiebstahl bei der Generaldirektion für öffentliche Finanzen (DGFiP).

Nach den bislang veröffentlichten Angaben konnten Angreifer Daten von 678.000 Privatpersonen und Unternehmen einsehen und kopieren. Zu den betroffenen Informationen zählen demnach steuerliche Angaben wie der Referenzsteuerbetrag und der Familienquotient. Solche Daten ermöglichen zwar nicht ohne Weiteres den unmittelbaren Zugriff auf Bankkonten oder Steuerkonten, können jedoch für täuschend glaubwürdige Betrugsversuche verwendet werden. Betroffene müssen daher insbesondere mit Nachrichten rechnen, die vermeintlich von der Finanzverwaltung stammen und weitere persönliche Angaben oder Zahlungen verlangen.

Lecornu fordert nach Darstellung der Regierung eine reaktionsfähigere operative Struktur. Die neue Einheit soll die bereits bestehenden Einrichtungen ergänzen. Innerhalb der ANSSI übernimmt das nationale Computer Emergency Response Team CERT-FR schon heute Aufgaben bei der Erkennung, Analyse und Bewältigung von Sicherheitsvorfällen. Daneben verfügen Ministerien, einzelne Wirtschaftsbereiche und Regionen über eigene Reaktionszentren. Der neue Auftrag deutet darauf hin, dass die Regierung vor allem deren Zusammenspiel und die unmittelbare Unterstützung betroffener Behörden verbessern will.

Offen ist bislang, wie die Einheit organisatorisch verankert wird, über welche Befugnisse sie verfügen und wie viel Personal sie erhalten soll. Auch einen Zeitplan für ihre Einsatzbereitschaft nannte die Regierung zunächst nicht. Damit bleibt die Ankündigung vorerst ein politischer und administrativer Auftrag an die ANSSI; die konkrete Ausgestaltung muss die Behörde noch vorbereiten.

Der Vorfall bei der DGFiP ist für den Staat besonders heikel, weil die Steuerverwaltung große Mengen sensibler Informationen verarbeitet und für Bürger sowie Unternehmen zu den wichtigsten digitalen Anlaufstellen gehört. Eine Störung oder Kompromittierung ihrer Systeme kann deshalb weit über den einzelnen Datensatz hinaus Vertrauen beschädigen. Zugleich müssen Behörden nach einem Angriff klären, welche Systeme betroffen sind, Sicherheitslücken schließen, mögliche Opfer informieren und den laufenden Betrieb sichern.

Für Betroffene gelten zunächst die üblichen Vorsichtsmaßnahmen: unerwartete E-Mails und Kurznachrichten sorgfältig prüfen, keine Zugangsdaten über zugesandte Links eingeben und angebliche Zahlungsaufforderungen direkt über die offiziellen Internetseiten der Verwaltung kontrollieren. Die Regierung hat bislang weder Personalstärke noch Budget oder einen Termin für die geplante Cyber-Einheit veröffentlicht.

Quellen

  • Französische Regierung: Aktionsplan zur Cybersicherheit
  • ANSSI: CERT-FR
  • Französische Regierung: Rede zur Cyberabwehr und digitalen Sicherheit des Staates

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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