Kultur

Monets “Iris” erzielt bei Pariser Auktion 50 Millionen Euro

Claude Monets spätes Gemälde "Iris" ist bei Sotheby's in Paris für 50 Millionen Euro verkauft worden. Einschließlich Käuferaufgeld ist es damit das teuerste Kunstwerk, das je bei einer Auktion in Frankreich zugeschlagen wurde.

Paris – 23.10.2026: Claude Monets Gemälde "Iris" ist am Donnerstagabend bei Sotheby's in Paris für 50 Millionen Euro einschließlich Käuferaufgeld verkauft worden. Damit erzielte die monumentale Arbeit den höchsten Preis, der je bei einer Auktion in Frankreich für ein Kunstwerk gezahlt wurde. Der Zuschlag übertraf die zuvor genannte Schätzung von 22 bis 30 Millionen Euro deutlich.

Das Bild entstand 1924 bis 1925 und damit gegen Ende von Monets Leben. Es gehört zu den späten Studien seines Gartens in Giverny, jenes sorgfältig angelegten Kosmos aus Wasser, Pflanzen und wechselndem Licht, der sein Werk über Jahrzehnte prägte. Die Iris erscheinen hier nicht als gefällige Gartenbotanik, sondern als beinahe körperliche Farbmassen vor einer vibrierenden Fläche.

Gerade diese späte Bildsprache begründet den Rang der Arbeit. Monet löst die Konturen weitgehend auf und verdichtet Pinselzüge und Farben zu einem Geflecht, das eher Bewegung und Wahrnehmung als einen fest umrissenen Ort beschreibt. Der Impressionist, der 1926 starb, wirkt in diesen Bildern erstaunlich nah an der abstrakten Malerei des 20. Jahrhunderts. Das Auge findet keinen ruhigen Halt und bleibt doch gern.

"Iris" war das Spitzenlos der Auktion "Le Temps retrouvé" mit Werken aus der Sammlung von Jeanne Schlumberger. Die französische Sammlerin hatte über Jahrzehnte Kunst der Moderne und des Impressionismus zusammengetragen. Das Gemälde war vor den jüngsten Vorbesichtigungen nur einem kleinen Kreis bekannt und trat mit der Auktion erstmals derart prominent an die Öffentlichkeit.

Der Rekord stärkt zugleich den Pariser Auktionsplatz. Verkäufe dieser Größenordnung wurden lange vor allem mit New York und London verbunden. Paris hat seine Stellung im internationalen Kunsthandel in den vergangenen Jahren durch die Ansiedlung großer Galerien, bedeutende Messen und hochkarätige Einlieferungen ausgebaut. Ein selten angebotenes Werk von Monet verschafft dem Standort nun zusätzliche Aufmerksamkeit.

Der Preis sagt allerdings wenig über die kunsthistorische Bedeutung des Gemäldes aus. Monets Irisfelder aus Giverny entstanden unter den erschwerten Bedingungen seiner nachlassenden Sehkraft und in einer Phase, in der er die Grenzen der gegenständlichen Darstellung immer weiter verschob. Seine Seerosen gelten als großes Vermächtnis; die Iris wirken daneben unruhiger und wilder.

Der Verkauf fällt in das Jahr von Monets 100. Todestag am 5. Dezember 2026. Museen widmen sich aus diesem Anlass seinem Blick auf Landschaft, Licht und Zeit. Der Pariser Auktionspreis belegt zugleich die anhaltende Nachfrage nach jenen späten Bildern, in denen sich Monet besonders weit von einer bloß dekorativen Naturdarstellung entfernte.

Quellen

  • Franceinfo
  • AFP
  • Sotheby's
  • Le Parisien
  • The Art Newspaper

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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