Politik & Gesellschaft

Mutmaßlicher Mitgründer der DZ Mafia in Algerien festgenommen

Mehdi Laribi gilt französischen Ermittlern als einer der Gründer der kriminellen Gruppe DZ Mafia. Nach einem Bericht von Franceinfo wurde er in Algerien festgenommen und unter gerichtliche Aufsicht gestellt.

Algier – 05.08.2026: Mehdi Laribi, den französische Ermittler zu den mutmaßlichen Gründern der kriminellen Gruppierung DZ Mafia zählen, ist nach Angaben von Franceinfo in Algerien festgenommen worden. Der aus Marseille stammende Mann wurde demnach unter gerichtliche Aufsicht gestellt. Diese Maßnahme ist keine Verurteilung, sondern kann mit Auflagen und Meldepflichten verbunden sein.

Laribi wird in französischen Ermittlungsakten als prägende Figur der DZ Mafia geführt. Die Bezeichnung steht für ein kriminelles Netzwerk aus den nördlichen Stadtvierteln von Marseille, dem Polizei und Justiz unter anderem Drogenhandel, Gewalttaten und Geldwäsche zuschreiben. Welche Vorwürfe die algerischen Behörden gegen Laribi prüfen und auf welcher Rechtsgrundlage die gerichtliche Aufsicht angeordnet wurde, geht aus den bislang veröffentlichten Angaben nicht hervor.

Für Frankreich ist der Vorgang von besonderem Interesse, weil sich Laribi bereits seit Längerem in Algerien aufgehalten haben soll. Die beiden Staaten hatten zuletzt wieder verstärkt über ihre Zusammenarbeit in Justizfragen gesprochen. Frankreichs Justizminister Gérald Darmanin erklärte nach einem Besuch in Algier im Mai 2026, beide Seiten hätten Informationen ausgetauscht und wechselseitige Auslieferungsersuchen erörtert. Namen nannte er damals nicht.

Eine Festnahme in Algerien führt jedoch nicht automatisch zu einer Überstellung nach Frankreich. Maßgeblich sind unter anderem die Staatsangehörigkeit des Betroffenen, mögliche Haftbefehle, Rechtshilfeersuchen und die Entscheidungen der algerischen Justiz. Zunächst befinden die dortigen Behörden über ihr eigenes Verfahren und mögliche weitere Maßnahmen.

Die französischen Behörden waren im Frühjahr 2026 mit der Operation Octopus gegen mutmaßliche Strukturen der DZ Mafia vorgegangen. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen, gegen einen Teil von ihnen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Parallel befassten sich Gerichte in Marseille und Aix-en-Provence mit Beschuldigten, denen Verbindungen zu dem Netzwerk oder zu rivalisierenden Gruppen des Drogenhandels vorgeworfen werden.

Bekannt wurde die DZ Mafia vor allem durch gewaltsame Auseinandersetzungen um Drogenverkaufsplätze in Marseille. Ermittler beschreiben sie weniger als streng hierarchische Organisation denn als kriminelles Geflecht mit wechselnden Akteuren, lokalen Stützpunkten und internationalen Verbindungen. Diese Struktur erschwert es, einzelne Taten und Verantwortlichkeiten eindeutig zuzuordnen.

Für Laribi gilt die Unschuldsvermutung. Offen ist bislang, ob Algerien ein eigenes Strafverfahren betreibt, einem französischen Ersuchen nachgeht oder zunächst weitere Ermittlungen führt. Franceinfo meldete am 5. August 2026, die Festnahme sei wenige Tage zuvor erfolgt; eine öffentlich zugängliche Mitteilung der algerischen Justiz lag dem Bericht zufolge zunächst nicht vor.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • Le Parisien
  • Radio Algérienne

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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