Politik & Gesellschaft

Nach Angriff auf Steuerverwaltung: Weitere Datenlecks in französischen Behörden

Nach dem unbefugten Zugriff auf Daten von rund 678.000 Steuerpflichtigen hat sich die französische Regierung bei den Betroffenen entschuldigt. Auch die Bildungsverwaltung und der Bereich herrenloser Nachlässe meldeten Datenpannen.

Paris – 18.08.2026: Nach einem unbefugten Zugriff auf das Informationssystem der französischen Steuerverwaltung DGFiP hat sich die Regierung bei rund 678.000 betroffenen Privatpersonen und Unternehmen entschuldigt. Der für die öffentlichen Finanzen zuständige Minister David Amiel räumte am Dienstag ein, dass die Behörden die Tragweite des Vorfalls zunächst nicht vollständig überblickt hätten. Inzwischen sind weitere Datenpannen in der französischen Verwaltung bekannt geworden.

Der Angriff auf die DGFiP ereignete sich nach Angaben der Behörden Ende Juni und wurde am 12. August öffentlich gemacht. Technische Untersuchungen ermöglichten es der Steuerverwaltung anschließend, die Zahl der Betroffenen genauer zu bestimmen. Zu den möglicherweise eingesehenen oder kopierten Informationen gehören steuerliche Angaben, darunter das Referenzsteuereinkommen, der Familienquotient und die Höhe der zuletzt gezahlten Einkommensteuer. Bei Unternehmen können Identifikations- und Kontaktdaten betroffen sein.

Die offengelegten Informationen können für gezielte Betrugsversuche genutzt werden. Kriminelle verwenden persönliche Steuerdaten etwa, um glaubwürdig wirkende E-Mails oder Anrufe vorzubereiten. Betroffene sollten deshalb bei Mitteilungen besondere Vorsicht walten lassen, die angeblich von der Steuerverwaltung stammen und zur Preisgabe weiterer Daten oder zu einer Zahlung auffordern. Die Verwaltung kontaktiert die betroffenen Steuerpflichtigen nach eigenen Angaben unmittelbar.

Parallel berichtete Franceinfo über einen Sicherheitsvorfall im Bildungsministerium. Dort sollen Daten von Beschäftigten der Bildungsverwaltung abgeflossen sein. Auch im Verwaltungsbereich herrenloser Nachlässe kam es dem Bericht zufolge zu einem Datenleck. Dabei handelt es sich um Nachlässe, für die zunächst keine Erben bekannt sind oder die von der zuständigen staatlichen Stelle verwaltet werden. Zum genauen Umfang dieser beiden Vorfälle lagen am Dienstagabend keine mit dem Steuerfall vergleichbaren Zahlen vor.

Ob die Vorfälle technisch miteinander zusammenhängen, ist bislang nicht belegt. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass staatliche Informationssysteme Daten enthalten, die weit über Namen und Anschriften hinausgehen. Steuerliche Verhältnisse, berufliche Angaben oder Informationen zu Nachlässen erlauben Rückschlüsse auf die persönliche und wirtschaftliche Situation der Betroffenen.

Für die Untersuchung solcher Sicherheitsvorfälle sind neben den jeweiligen Verwaltungen insbesondere die französische Cybersicherheitsbehörde ANSSI und bei Datenschutzverletzungen die Aufsichtsbehörde CNIL zuständig. Die DGFiP erklärte, sie habe nach der Entdeckung des Angriffs Schutzmaßnahmen ergriffen und die zuständigen Stellen eingeschaltet. Wie die Angreifer in das System gelangten und ob sämtliche entwendeten Datensätze bereits identifiziert wurden, war zunächst nicht öffentlich bekannt. Fest steht nach den Angaben der Regierung, dass der Vorfall 678.000 private und gewerbliche Steuerpflichtige betrifft.

Quellen

  • Franceinfo, Bericht vom 18.08.2026
  • Direction générale des Finances publiques, Sicherheitsinformation zu unbefugten Zugriffen
  • Französisches Bildungsministerium, Sicherheitsmeldung vom 24.03.2026

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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