Paris – 18.10.2026: Einen Tag nach den landesweiten Demonstrationen vom 17. Oktober zeichnet sich das wirtschaftliche Ausmaß der Ausschreitungen ab. Alexandre Bompard, Präsident des Handelsverbands Fédération du commerce et de la distribution, bezifferte die Zahl der betroffenen Geschäfte am Sonntag auf 1.500. Die Schäden könnten nach seiner vorläufigen Einschätzung mehrere Hundert Millionen Euro erreichen. Versicherungen, Kommunen und Unternehmen erfassen die Verluste noch.
Betroffen sind Geschäfte unterschiedlicher Größe und Branchen. In mehreren Städten wurden Schaufenster zerstört, Verkaufsräume geplündert und einzelne Gebäude in Brand gesetzt. Die Gewalt ereignete sich am Rand einer Mobilisierung gegen hohe Lebenshaltungskosten. Nach Angaben der Behörden nahmen landesweit 550.000 Menschen teil, die Organisatoren sprachen von 800.000. Die überwiegend friedlichen Demonstrationszüge und die späteren Ausschreitungen sind voneinander zu unterscheiden.
In Paris konzentrierten sich die Plünderungen laut Staatsanwaltschaft vor allem auf die Umgebung des Bahnhofs Saint-Lazare, Châtelet-Les Halles, die Place de la République und die Champs-Élysées. Am Sonntagmittag befanden sich 557 Menschen in Polizeigewahrsam, darunter 381 Erwachsene und 151 Minderjährige. Bei 25 Personen war das Alter zunächst nicht festgestellt. Ermittelt wird unter anderem wegen Hehlerei, Sachbeschädigung und der Beteiligung an gewaltbereiten Gruppen.
Die Pariser Stadtverwaltung setzte in der Nacht und am Sonntagmorgen rund 1.000 Reinigungskräfte ein. Einige Beschäftigte wurden dafür aus dem Urlaub zurückgerufen. Sie beseitigten Trümmer, reinigten Straßen und Gehwege und sicherten beschädigte öffentliche Flächen. Das Rathaus richtete zudem eine Anlaufstelle für geschädigte Händler ein. Sie soll Schäden aufnehmen, bei Versicherungs- und Verwaltungsverfahren helfen und eine rasche Wiedereröffnung erleichtern.
Für kleinere Betriebe reichen die Folgen über zerstörte Waren und beschädigte Räume hinaus. Geschlossene Verkaufstage, Reparaturen und Personalausfälle können ihre Liquidität zusätzlich belasten. Die Stadt will deshalb die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer an der Hilfe beteiligen. Eine belastbare Gesamtrechnung liegt noch nicht vor.
Auch andere Städte meldeten erhebliche Schäden. In Saint-Étienne wurden nach Angaben des Bürgermeisters mindestens 34 Geschäfte beschädigt, verwüstet oder geplündert. Der Bürgermeister von Bordeaux sprach von 50 bis 100 betroffenen Läden. In Lille wurden mehrere Handelsbetriebe geplündert; Brände in einem Restaurant und einem Fachgeschäft waren nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft mutmaßlich vorsätzlich gelegt worden.
Innenminister Laurent Nuñez erklärte am Sonntag, im Zusammenhang mit Gewalt und Plünderungen seien landesweit rund 2.000 Menschen festgenommen worden. Mehr als 600 Polizisten, Gendarmen und Feuerwehrleute seien verletzt worden. Auch diese Bilanz war zunächst vorläufig.
Quellen
- Franceinfo
- Ville de Paris
- Le Monde
- RTL
- Fédération du commerce et de la distribution
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).