Bordeaux – 17.08.2026: Nach den verheerenden Waldbränden in der Gironde fordert Bruno Lafon, Präsident der DFCI Aquitaine, eine nationale Kraftanstrengung zur Vorbeugung. Waldbrandschutz müsse zu einer Angelegenheit des ganzen Landes werden, sagte Lafon am Montag dem Sender Franceinfo. Nötig seien eine breitere Sensibilisierung der Bevölkerung und dauerhafte Präventionskampagnen. Anlass ist der für denselben Tag angekündigte Besuch von Premierminister Sébastien Lecornu in der Region.
Nach Angaben aus Matignon soll Lecornus Reise den Auftakt für den Wiederaufbau der betroffenen Gebiete bilden. Mehrere Minister und die fünf Mitglieder einer direkt dem Premierminister unterstellten Wiederaufbaumission werden erwartet. Zwar gelten die Feuer inzwischen als unter Kontrolle. Die politische Aufgabe reicht jedoch über die unmittelbare Unterstützung für Evakuierte, Gemeinden und Waldbesitzer hinaus. Zu klären ist, wie Frankreich mit einem Brandrisiko umgeht, das sich geografisch ausweitet und häufiger große Flächen bedroht.
Das Ausmaß der Katastrophe erklärt Lafons Forderung. Nach Angaben des Innenministeriums waren bis Ende Juli seit Jahresbeginn landesweit 116.085 Hektar verbrannt. Im Zusammenhang mit dem Feuer in der Gironde wurden 220.000 Evakuierungen gemeldet. Die Gendarmerie sprach am 25. Juli von mehr als 32.000 betroffenen Hektar im Département Gironde und rund 3.000 Hektar im benachbarten Département Landes. Zwei Feuerwehrleute kamen bei den Einsätzen ums Leben.
Die DFCI Aquitaine ist ein zentraler Akteur beim Schutz des Waldmassivs Landes de Gascogne. Ihr Vorsorgesystem umfasst Waldwege, Brandschneisen und Wasserentnahmestellen und ist mit der Einsatzplanung von Feuerwehren und Behörden verzahnt. In dem großflächigen Waldgebiet mit zahlreichen privaten Eigentümern beginnt der Schutz lange vor dem Ausbruch eines Feuers. Er erfordert gepflegte Zufahrten, klare Nutzungsregeln sowie verständliche Warnungen für Anwohner und Besucher.
Die staatliche Risikoeinschätzung hat sich bereits verändert. Frankreich veröffentlichte im Juni 2025 eine nationale Strategie zum Schutz von Wäldern und anderen Vegetationsflächen vor Bränden. Im Juni 2026 erklärte das Innenministerium, die Gefahrenzone werde sich bis 2035 weiter nach Norden verlagern. Waldbrände gelten damit nicht länger als vorwiegend mediterranes Problem.
Im Südwesten wurden zugleich die Luftlöschkapazitäten organisatorisch verstärkt. Die Präfektur bestätigte im Februar den Fortbestand der Betankungsanlagen für Löschflugzeuge in Bordeaux und Limoges. Eine weitere Anlage wird während der Sommersaison abwechselnd in Mont-de-Marsan und Pau betrieben. Diese Infrastruktur verkürzt Einsatzwege, verhindert jedoch keine Brände. Lafons Forderung zielt daher auf eine dauerhafte Verbindung von Bevölkerungsschutz, Forstwirtschaft und staatlicher Vorsorge.
Quellen
- Franceinfo
- Matignon
- Französisches Innenministerium
- Gendarmerie nationale
- Präfektur Gironde
- DFCI Aquitaine
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).