Politik & Gesellschaft

Nach der Liquidation blockieren Beschäftigte Zufahrten zur Papierfabrik in Tarascon

Beschäftigte von Fibre Excellence haben am Montag den Verkehr rund um das Werk in Tarascon beeinträchtigt. Die Aktion folgt auf die gerichtliche Liquidation des Standorts, an dem rund 270 Arbeitsplätze betroffen sind.

Tarascon – 03.08.2026: Rund um die Papierfabrik Fibre Excellence haben Beschäftigte am Montag den Verkehr beeinträchtigt. Die Aktion richtet sich gegen die Schließung des Werks in Tarascon im Département Bouches-du-Rhone. Nach Angaben von Franceinfo wurden Zufahrten in der Umgebung des Industriegeländes gestört. Über die Dauer und den genauen Ablauf der Protestaktion lagen zunächst keine belastbaren Angaben von Polizei oder Präfektur vor.

Der Standort war vom Handelsgericht Toulouse am 27.07.2026 in die gerichtliche Liquidation geschickt worden. Damit liegt die Entscheidung nicht, wie zunächst in einzelnen Meldungen genannt, sechs Tage nach einem Urteil vom 29.07., sondern sieben Tage zurück. Das Gericht hatte das vorgelegte Übernahmeprojekt für den Konzern nicht angenommen. Für das Werk in Tarascon bedeutete dies das Ende der Suche nach einer unmittelbaren Fortführung unter diesem Verfahren.

Nach den vorliegenden Angaben beschäftigt Fibre Excellence Provence in Tarascon etwa 270 Menschen. Die Fabrik produziert Zellstoff, einen Grundstoff für Papier und Verpackungen. Bereits bei der Eröffnung des Insolvenzverfahrens im April hatte das Handelsgericht Toulouse auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens verwiesen. Das Werk gehört zu einer Unternehmensgruppe mit einem weiteren großen Standort in Saint-Gaudens in Haute-Garonne.

Der Konflikt hat deshalb eine Dimension, die weit über das Werksgelände hinausreicht. An der Produktion hängen Zulieferer aus Forstwirtschaft, Holztransport und Instandhaltung. Das französische Industrieministerium hatte im Juni erklärt, die Gruppe leide unter strukturellen Problemen, darunter steigenden Holzpreisen und sinkenden Preisen für Zellstoff. Der Staat hatte zuvor Hilfen und eine stärkere Einbindung des Office national des forets in Aussicht gestellt.

Gewerkschaften hatten die Beschäftigten in Tarascon schon vor der Gerichtsentscheidung zur Besetzung des Werks mobilisiert. Nach der Liquidation kündigte die Intersyndicale aus FO und CGT an, diese Besetzung fortsetzen zu wollen. Die Verkehrsstörungen vom Montag sind damit Teil eines Arbeitskampfs, in dem die Beschäftigten auf den Verlust ihrer Arbeitsplätze und auf das drohende Ende eines Industriestandorts reagieren.

Für Saint-Gaudens beschloss das Handelsgericht Toulouse dagegen einen zeitlich begrenzten Aufschub. Ein Interessent musste eine finanzielle Sicherheit von zwei Millionen Euro hinterlegen; die Frist für ein mögliches Übernahmeangebot läuft nach den bekannt gewordenen Gerichtsangaben bis zum 27.08.2026. Für Tarascon besteht eine vergleichbare Perspektive nach dem Liquidationsbeschluss derzeit nicht.

Quellen

  • Franceinfo
  • Cour de cassation – Entscheidungen des Handelsgerichts Toulouse
  • Senat – Antwort des Industrieministeriums
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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