Politik & Gesellschaft

Nach Konzertabbruch in Grenoble: Licra und Barbara Butch kündigen Klagen an

Nach dem Abbruch eines Auftritts von Barbara Butch beim Festival Cabaret Frappe in Grenoble wollen die Antirassismusorganisation Licra und die DJ juristisch vorgehen. Der Fall verschiebt sich damit von der Bühne in die Justiz.

Grenoble – 23.07.2026: Der abgebrochene Auftritt der DJ Barbara Butch beim Festival Cabaret Frappe hat ein juristisches Nachspiel. Die Antirassismusorganisation Licra kündigte am Donnerstag eine Strafanzeige an. Auch die Künstlerin teilte mit, mehrere Klagen vorbereiten zu wollen, darunter gegen La France insoumise. Die konkreten Vorwürfe und die zuständigen Ermittlungsbehörden wurden zunächst nicht näher benannt.

Der Auftritt war am Samstag, 18. Juli, im Jardin de Ville in Grenoble nach rund zwanzig Minuten beendet worden. Nach Angaben der Stadtverwaltung hatten Drohungen gegen die Künstlerin bestanden. Während der Veranstaltung sei es zu Einschüchterungen und Gewalt gekommen; die Stadt setzte das Konzert aus Sicherheitsgründen aus. Medien berichteten zudem von Wurfgeschossen in Richtung der Bühne. Unabhängig überprüfbare Angaben zu einzelnen Beteiligten lagen zunächst nicht vor.

Barbara Butch war für das städtisch unterstützte Festival Cabaret Frappe angekündigt. Wochen zuvor hatte die lokale Gruppe von La France insoumise zu einem Boykott ihres Auftritts aufgerufen. Anlass waren öffentliche Positionen der DJ zum Nahostkonflikt, die von den Kritikern zurückgewiesen wurden. Die Gruppe stellte die Aktion nach dem Konzert als friedlichen Protest dar. Diese Darstellung steht im Gegensatz zu den Schilderungen der Stadt über den Verlauf des Abends.

Die Stadt Grenoble verurteilte die Ereignisse ausdrücklich und verwies auf die Freiheit künstlerischer Programmierung. Kein Künstler dürfe durch Einschüchterung daran gehindert werden, aufzutreten, erklärte die Kommune. Für Besucherinnen und Besucher blieb nach dem Abbruch vor allem ein abruptes Ende eines Sommerabends, der als Musikveranstaltung geplant war und nun Teil einer landesweiten politischen Kontroverse geworden ist.

Die Licra sieht in dem Fall einen Anlass für rechtliche Schritte. Barbara Butch will nach ihren Angaben ebenfalls Anzeige erstatten, unter anderem wegen mutmaßlicher Anstiftung zu Hass und Gewalt. Ob die angekündigten Beschwerden bereits bei einer Staatsanwaltschaft eingegangen sind, war am Donnerstag zunächst nicht öffentlich bestätigt. Auch über mögliche Beschuldigte, den genauen Deliktsvorwurf und den Beginn eines Ermittlungsverfahrens gab es keine gesicherten amtlichen Angaben.

Der Fall berührt eine sensible Grenze: Politischer Protest ist geschützt, die Verhinderung eines Konzerts durch Druck oder Gewalt aber nicht. Gerade deshalb wird entscheidend sein, was Ermittler anhand von Videoaufnahmen, Zeugenaussagen und möglichen Anzeigen rekonstruieren. Bis dahin gilt für alle genannten Personen die Unschuldsvermutung. Die juristische Aufarbeitung muss klären, ob aus einem angekündigten Boykott strafrechtlich relevantes Handeln wurde.

Quellen

  • Ville de Grenoble
  • Franceinfo
  • TF1 Info

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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