Politik & Gesellschaft

Neue Anzeige gegen Patrick Bruel wegen versuchter Vergewaltigung

Gegen den Sänger und Schauspieler Patrick Bruel ist nach Angaben einer Anwältin eine weitere Anzeige wegen versuchter Vergewaltigung erstattet worden. Ob die Staatsanwaltschaft bereits ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet hat, ist offen.

Nanterre – 19.08.2026: Gegen den Sänger und Schauspieler Patrick Bruel ist nach Angaben der Anwältin Myriam Guedj-Benayoun eine weitere Anzeige wegen versuchter Vergewaltigung erstattet worden. Die Juristin, die mehrere Frauen in dem Komplex vertritt, sagte am Mittwoch im Sender France Inter, die Anzeige sei im Sommer eingereicht worden. Angaben zu Ort, Zeitpunkt und näherem Inhalt des Vorwurfs wurden zunächst nicht öffentlich gemacht.

Die Anzeige ging demnach bei der Staatsanwaltschaft von Nanterre westlich von Paris ein. Dort werden seit Monaten mehrere Verfahren und Ermittlungsakten gegen den 67-Jährigen bearbeitet. Die Justizbehörde äußerte sich zunächst nicht selbst zum Eingang der jüngsten Anzeige. Damit ist offen, ob bereits ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde oder die Staatsanwaltschaft den Vorgang noch prüft.

Guedj-Benayoun sprach im Radio von insgesamt 31 Anzeigen, die gegen Bruel bei der Staatsanwaltschaft von Nanterre eingereicht worden seien. Diese Zahl beruht auf der Darstellung der Anwältin; eine vollständige behördliche Bestätigung sämtlicher Vorgänge liegt nicht vor. Auch ist zwischen Anzeigen, Vorermittlungen und förmlichen Beschuldigungen zu unterscheiden. Jede Aussage muss gesichert, mit vorhandenen Akten abgeglichen und gegebenenfalls durch weitere Ermittlungen überprüft werden.

Bruel war am 10. Juni 2026 nach zwei Tagen in Polizeigewahrsam mehreren Untersuchungsrichtern vorgeführt worden. Nach übereinstimmenden Medienberichten wurde er in einem Teil der Fälle wegen Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung, sexueller Übergriffe und sexueller Belästigung förmlich beschuldigt. In weiteren Fällen erhielt er den französischen Status eines "témoin assisté". Dieser räumt Betroffenen mehr Verfahrensrechte als einem gewöhnlichen Zeugen ein, entspricht aber keiner förmlichen Beschuldigung. Bruel kam unter gerichtlichen Auflagen frei.

Die Vorwürfe stammen von verschiedenen Frauen und beziehen sich nach den bisher veröffentlichten Angaben auf einen längeren Zeitraum. Einige der mutmaßlichen Taten sollen Jahre oder Jahrzehnte zurückliegen. Solche Zeitabstände können die Ermittlungen erschweren: Erinnerungen müssen geprüft, Dokumente gesucht und mögliche Zeugen befragt werden. Eine Anzeige ist kein Beweis für eine Straftat und nimmt weder die Ergebnisse der Ermittlungen noch eine gerichtliche Entscheidung vorweg.

Bruel hat die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen über seine Verteidigung zurückgewiesen. Seine Anwälte erklärten zu den bereits bekannten Verfahren, er werde sich im Rahmen der Justiz äußern. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Ob die neue Anzeige mit bestehenden Akten verbunden wird, entscheiden die Staatsanwaltschaft und gegebenenfalls die zuständigen Untersuchungsrichter nach der Prüfung des konkreten Vorwurfs.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).