Umwelt

Verbände fordern Jagdpause nach Waldbränden und Hitzewelle

Umwelt- und Tierschutzverbände verlangen, die Jagd in brandgeschädigten Gebieten Frankreichs auszusetzen oder später zu eröffnen. Jäger halten eine pauschale Verschiebung für unnötig; entscheiden können vor allem die Präfekten.

Paris – 19.08.2026: Nach den Waldbränden und der außergewöhnlichen Sommerhitze fordern mehrere Umwelt- und Tierschutzverbände eine Jagdpause in besonders geschädigten Gebieten Frankreichs. In einem Schreiben an Umweltministerin Monique Barbut verlangen sie, den Beginn der Jagd dort zu verschieben oder die Jagd vorübergehend auszusetzen. Wildtiere seien durch Feuer, Wassermangel sowie den Verlust von Nahrung, Deckung und Brutplätzen bereits erheblich belastet.

Die Forderung richtet sich vor allem auf Wälder, die im Sommer 2026 von Bränden betroffen waren. Nach Ansicht der Verbände brauchen überlebende Tiere Zeit und Ruhe, um neue Rückzugsräume zu finden und sich von den Folgen der Feuer zu erholen. Die Organisationen verlangen keine unterschiedslose Regelung für das gesamte Land. Einschränkungen sollen sich vielmehr nach den Schäden und der ökologischen Lage in den einzelnen Revieren richten.

Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem in vielen Départements die Jagdsaison vorbereitet wird. Öffnungs- und Schließzeiten werden in Frankreich grundsätzlich durch Erlasse der Präfekten festgelegt. In die Beratungen fließen Einschätzungen der zuständigen Verwaltungsstellen, der Jagd- und Wildtierkommissionen sowie der örtlichen Jägerverbände ein. Damit können die Behörden regional auf besondere Verhältnisse reagieren, ohne die Jagd landesweit auszusetzen.

Der Präsident des Jägerverbandes im Département Yonne widersprach einem allgemeinen Aufschub. Die Jagd bringe die Arten keineswegs in Gefahr, sagte er Franceinfo. Die Jägerschaft verweist zudem auf ihre Rolle bei der Regulierung von Wildbeständen, insbesondere von Wildschweinen und Rehen. Hohe Bestände können regional erhebliche Schäden in Landwirtschaft und Wald verursachen. Zugleich unterscheiden sich die Folgen von Bränden je nach Ausmaß, Lebensraum und betroffener Tierart.

Während der Hitzewelle im Juli hatte der Staat die Vorkehrungen gegen Trockenheit und Vegetationsbrände verschärft. Im Département Yonne galt zeitweise die höchste Hitzewarnstufe; örtlich wurden tagsüber 35 bis 39 Grad gemessen. Die Präfektur beschränkte unter anderem Forstarbeiten und Tätigkeiten, von denen eine Brandgefahr ausgehen konnte. Eine allgemeine jagdrechtliche Sperre war mit diesen Anordnungen jedoch nicht verbunden.

Die Verbände verlangen deshalb eine ökologische Bewertung der betroffenen Reviere vor Beginn oder Fortsetzung der Jagd. Das französische Amt für Biodiversität nutzt bei mehreren jagdbaren Vogelarten bereits eine an Bestandsdaten und Abschusszahlen angepasste Bewirtschaftung. Eine automatische Jagdpause nach Waldbränden sieht dieses Verfahren nicht vor.

Eine landesweit einheitliche Verschiebung hat die Regierung bislang nicht angekündigt. Über die örtlichen Jagdzeiten entscheiden vor allem die Präfekten; für Wasserwild und Zugvögel gelten teilweise nationale Vorgaben. Der Appell an Barbut zielt daher auf Leitlinien ihres Ministeriums und auf begründete Einschränkungen in den geschädigten Gebieten.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministerium für ökologischen Wandel
  • Präfektur Yonne
  • Legifrance
  • Französisches Amt für Biodiversität

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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