Politik & Gesellschaft

Nuñez warnt vor russischer hybrider Bedrohung

Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez bezeichnet die hybride Bedrohung durch Russland als real und dokumentiert. Drohnenüberflüge oder schwere Sabotageakte in Frankreich seien bislang jedoch nicht festgestellt worden.

Paris – 21.09.2026: Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez hat die von Russland ausgehende hybride Bedrohung als real und dokumentiert bezeichnet. Er reagierte damit auf die Ankündigung von Präsident Emmanuel Macron, einen Schutzplan für kritische Infrastruktur ausarbeiten zu lassen. Nuñez stellte zugleich klar, dass die französischen Behörden bislang weder Drohnenüberflüge über dem Land noch einen schweren Sabotageakt festgestellt hätten.

Die Regierung unterscheidet damit zwischen einer allgemeinen strategischen Gefährdung und konkret nachgewiesenen Vorfällen in Frankreich. Nach Angaben des Innenministers war das Land allerdings bereits Ziel von Cyberangriffen. Als hybride Bedrohungen gelten staatliche oder staatlich gestützte Aktivitäten unterhalb der Schwelle eines offenen militärischen Angriffs, darunter digitale Angriffe, Einflussoperationen, Spionage und verdeckte Eingriffe in kritische Infrastruktur.

Macron hatte die politische Führung des Landes am 18. September im Élysée-Palast über die veränderte Sicherheitslage informiert. Zwei Tage zuvor hatte sich der Verteidigungsrat mit Russlands hybrider Kriegsführung befasst. Der Präsident verwies auf bereits erfolgte Angriffe dieser Art und kündigte einen nationalen Plan zum besseren Schutz kritischer Infrastruktur an. Einzelne Vorfälle schrieb er öffentlich jedoch nicht Moskau zu.

Für die französischen Sicherheitsbehörden ist die Cyberdimension bislang der greifbarste Teil der Bedrohung. Die nationale Behörde für die Sicherheit von Informationssystemen, ANSSI, berichtete im Juli über die gezielte Ausspähung und Kompromittierung französischer Einrichtungen durch den 16. Dienst des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB. Nach Erkenntnissen der Behörde kamen dabei seit 2010 bekannte technische Verfahren zum Einsatz, die der Angriffsinfrastruktur Turla zugerechnet werden.

Frankreich und die Europäische Union ordneten diese Aktivitäten im Juli offiziell Russland zu. Bereits im April 2025 hatte Paris Angriffe der Gruppe APT28 öffentlich dem russischen Militärgeheimdienst GRU zugeschrieben. Nuñez folgt mit seiner zurückhaltenden Bewertung physischer Zwischenfälle der Linie, bestätigte Erkenntnisse von bloßen Verdachtsfällen zu trennen. Ungeklärte Ereignisse sollen nicht vorschnell einer ausländischen Macht angelastet werden.

Die Warnung fällt in eine Phase, in der europäische Sicherheitsbehörden Cyberoperationen, Desinformationskampagnen und mögliche Sabotagehandlungen gegen Verkehrswege, Energieanlagen und militärisch genutzte Einrichtungen beobachten. Frankreichs Innenministerium hatte Anfang September die Präfekten der Verteidigungs- und Sicherheitszonen sowie Fachleute anderer Ressorts zusammengebracht, um den Schutz sensibler Infrastruktur abzustimmen.

In Frankreich erfordert diese Lage eine engere Zusammenarbeit von Polizei, Gendarmerie, Nachrichtendiensten, Cyberabwehr und Präfekturen. Der von Nuñez formulierte Befund bleibt dabei klar begrenzt: Dokumentiert sind digitale Angriffe und eine erhöhte Bedrohung in Europa, nicht aber ein schwerer russischer Sabotageakt auf französischem Boden.

Quellen

  • Franceinfo
  • AFP via Boursorama
  • ANSSI
  • Gendarmerie nationale
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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