Metz – 28.09.2026: Papst Leo XIV. beendet an diesem Montag seine viertägige Frankreichreise in Metz. Auf dem Programm stehen ein interreligiöses Treffen, eine Konferenz über Frieden und europäische Einheit sowie eine Messe in der Kathedrale Saint-Étienne. Seit dem 25. September hatte die Reise den Papst nach Paris, Saint-Denis und Lourdes geführt.
Der Besuch besitzt eine politische Dimension, ohne den französischen Grundsatz der Trennung von Staat und Religion infrage zu stellen. Präsident Emmanuel Macron empfing Leo XIV. am Freitag im Élysée-Palast. Am Montag wollte er zudem an der europäischen Friedenskonferenz im Kongresszentrum Robert Schuman teilnehmen. Nach übereinstimmenden Medienberichten änderte Macron außerdem seinen Terminkalender, um die Messe in Metz zu besuchen.
Frankreichs Verfassung bezeichnet die Republik in Artikel 1 als unteilbar, laizistisch, demokratisch und sozial. Das Gesetz vom 9. Dezember 1905 regelt die Trennung von Kirchen und Staat. Laizismus bedeutet jedoch weder religiöse Gleichgültigkeit noch einen Ausschluss der Glaubensgemeinschaften aus der öffentlichen Debatte. Der Staat sichert die freie Religionsausübung, darf sich aber nicht mit einer Religion identifizieren.
Ein Papst kann deshalb auch protokollarisch als Oberhaupt des Heiligen Stuhls empfangen werden. Der Heilige Stuhl ist ein Völkerrechtssubjekt; Leo XIV. ist zugleich das geistliche Oberhaupt der katholischen Kirche. Der diplomatische Empfang ist von der staatlichen Anerkennung oder Finanzierung eines Kultes zu unterscheiden. Diese Grenzziehung prägt die französische Praxis seit mehr als einem Jahrhundert und sorgt regelmäßig für politische Kontroversen.
Die große öffentliche Präsenz des Besuchs verschärft diese Debatte. Das Innenministerium stufte die Reise als Großereignis ein und traf umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen. Für die Abschlussmesse in Metz rechneten Behörden und kirchliche Organisatoren mit rund 12.000 Menschen. Auch die Stationen in Paris und Lourdes verbanden religiöse Feiern mit Auftritten vor einem internationalen Publikum.
Die Reise fällt zudem in die beginnende Auseinandersetzung um die Präsidentschaftswahl 2027. Fragen der Sterbehilfe, Familienpolitik, Migration, sozialen Bindung und europäischen Zusammenarbeit berühren Positionen, zu denen sich die katholische Kirche äußert, ohne eine Partei zu unterstützen. Dadurch erhalten Gesten des Präsidenten gegenüber dem Papst zwangsläufig innenpolitisches Gewicht.
Metz wurde als Schlusspunkt wegen seiner europäischen Geschichte gewählt. Die Stadt ist eng mit Robert Schuman verbunden, einem Wegbereiter der europäischen Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Programm verknüpft diese Erinnerung mit interreligiösem Austausch und einem Friedensappell. Für Sicherheit und diplomatisches Protokoll ist der Staat zuständig, für die religiösen Feiern die Kirche.
Quellen
- Franceinfo
- Élysée-Palast
- Légifrance
- Französisches Innenministerium
- Presseamt des Heiligen Stuhls
- Le Monde
- Kathedrale von Metz
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).