Politik & Gesellschaft

Paris lässt Vorwürfe nach Streik am Eiffelturm untersuchen

Nach einem Streik wegen der mutmaßlichen Ausgrenzung weiblicher Beschäftigter ist der Eiffelturm wieder geöffnet. Die Stadt Paris und die Betreibergesellschaft SETE prüfen nun, wer die umstrittenen Anweisungen für den Besuch einer hinduistischen Delegation erteilte.

Paris – 08.09.2026: Nach einem eintägigen Streik ist der Eiffelturm am Dienstag wieder für Besucher geöffnet worden. Auslöser der Arbeitsniederlegung waren Vorwürfe, bei der privaten Besichtigung einer Delegation der hinduistischen Organisation BAPS am Samstag, dem 5. September, seien Mitarbeiterinnen und weibliche Beschäftigte von Dienstleistern aus bestimmten Bereichen ferngehalten worden. Die Belegschaft wertete die Vorgaben als diskriminierend.

Die Stadt Paris reagierte mit zwei parallelen Untersuchungen. Die Société d'Exploitation de la Tour Eiffel (SETE) soll die Vorgänge intern prüfen und dabei einen unabhängigen externen Dienstleister einschalten. Zugleich untersucht die Stadt als Mehrheitsgesellschafterin, welche Entscheidungen zur Organisation des Besuchs führten und auf welcher Ebene sie getroffen wurden. Beide Berichte sollen innerhalb von sieben Tagen vorliegen.

Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire traf am Dienstag Gewerkschaftsvertreter am Eiffelturm und sprach mit der Geschäftsführung der SETE. Die Stadtverwaltung erklärte, die Gleichstellung von Frauen und Männern müsse in kommunalen Einrichtungen ausnahmslos gewährleistet sein. Beschäftigte müssten ihre Arbeit verrichten und sich frei bewegen können, ohne wegen ihres Geschlechts benachteiligt zu werden.

Nach Angaben der Gewerkschaft CGT erhielten weibliche Beschäftigte vor dem Besuch die Anweisung, keinen Kontakt zu der Delegation zu haben. Einzelne Mitarbeiterinnen seien aus ihren Arbeitsbereichen abgezogen oder durch Männer ersetzt worden. Die private Gruppe umfasste laut Medienberichten ungefähr 100 Personen. Der Streik legte den Besuchsbetrieb des Wahrzeichens am Montag vollständig lahm und machte die internen Abläufe öffentlich zum Streitfall.

BAPS, ausgeschrieben Bochasanwasi Shri Akshar Purushottam Swaminarayan Sanstha, gehört zur Swaminarayan-Tradition des Hinduismus und ist nach eigenen Angaben international tätig. Die Organisation erklärte am Dienstag, die Abstimmung mit der Leitung des Eiffelturms habe dazu dienen sollen, Störungen für das Personal, die Delegation und andere Besucher zu vermeiden. Eine auf dem Geschlecht beruhende Forderung sei zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt gewesen.

Zugleich entschuldigte sich BAPS bei allen Personen, die durch den Vorgang verletzt oder beeinträchtigt worden sein könnten. Diese Darstellung widerspricht den Vorwürfen der Gewerkschaft nicht unmittelbar, lässt aber offen, von wem die konkreten Anweisungen ausgingen. Genau diese Verantwortung sollen die beiden Untersuchungen nun klären. Bis zu deren Abschluss ist nicht festgestellt, ob diskriminierende Weisungen erteilt wurden und ob sie auf Forderungen der Delegation, Entscheidungen des Betreibers oder Missverständnisse bei der Organisation zurückgingen.

Die SETE verwaltet den Eiffelturm im Auftrag der Stadt Paris und trägt damit Verantwortung für Beschäftigte, Dienstleister und Sonderbesuche. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press kommen jährlich rund sieben Millionen Menschen zu dem 330 Meter hohen Bauwerk. Seit Dienstag läuft der reguläre Besuchsbetrieb wieder.

Quellen

  • Franceinfo
  • Stadt Paris, Pressemitteilung
  • Associated Press

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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