Politik & Gesellschaft

Chenu kritisiert Ausgrenzung von Frauen am Eiffelturm

Nach einem Streik wegen der zeitweisen Ausgrenzung weiblicher Beschäftigter ist der Eiffelturm wieder geöffnet. Der RN-Abgeordnete Sébastien Chenu verlangt die uneingeschränkte Achtung der Gleichstellung.

Paris – 08.09.2026: Der Eiffelturm hat am Dienstagmorgen wieder für Besucher geöffnet. Beschäftigte hatten das Pariser Wahrzeichen am Montag mit einem eintägigen Streik geschlossen. Anlass war der private Besuch einer etwa hundertköpfigen hinduistischen Delegation am Samstag, dem 5. September. Nach Angaben von Arbeitnehmervertretern wurden Mitarbeiterinnen während des Empfangs aus bestimmten Arbeitsbereichen abgezogen oder durch männliche Kollegen ersetzt.

Sébastien Chenu, Vizepräsident der Nationalversammlung und Abgeordneter des Rassemblement National für das nordfranzösische Département Nord, reagierte am Dienstag in der Sendung Les 4 Vérités des Fernsehsenders France 2. Frauen dürften in der französischen Gesellschaft nicht unsichtbar gemacht werden, sagte er. Seine Äußerung machte aus dem betrieblichen Konflikt zugleich eine politische Debatte über Gleichstellung und religiös begründete Sonderwünsche.

Die Beschäftigten der Société d'exploitation de la tour Eiffel begründeten den Ausstand mit Anweisungen, durch die weibliches Personal wegen seines Geschlechts zurückgesetzt worden sei. Betroffen waren ihren Angaben zufolge Mitarbeiterinnen der Betreibergesellschaft und von Subunternehmen. Die Gewerkschaft Confédération générale du travail verlangte, dass die republikanischen Grundsätze am Arbeitsplatz ohne Ausnahme gelten. Für die Beschäftigten ging es damit um mehr als die Organisation eines einzelnen Besuchs: Sie sahen ihre berufliche Stellung und Würde berührt.

Der Besuch stand im Zusammenhang mit der Einweihung eines großen hinduistischen Tempels der Organisation Bochasanwasi Akshar Purushottam Swaminarayan Sanstha, kurz BAPS, in Bussy-Saint-Georges östlich von Paris. Die Organisation entschuldigte sich für die Kontroverse. Zugleich erklärte sie, nach ihrem Kenntnisstand sei niemandem der Zugang zum Eiffelturm verweigert worden.

Die Darstellungen unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt. Die Arbeitnehmerseite berichtet von konkreten betrieblichen Vorkehrungen, die Kontakte zwischen Delegationsmitgliedern und Frauen vermeiden sollten. BAPS bestreitet hingegen eine formelle Zutrittsverweigerung. Nach Medienberichten bestätigte die Betreibergesellschaft, dass die Delegation um einen Besuch mit möglichst wenigen Begegnungen mit Frauen gebeten hatte.

Der Vorgang ist auch deshalb brisant, weil der Eiffelturm von einer kommunalen Gesellschaft betrieben wird und zu den sichtbarsten öffentlichen Orten Frankreichs zählt. Das französische Recht verbietet Benachteiligungen im Arbeitsleben aufgrund des Geschlechts. Religiöse oder kulturelle Wünsche entbinden Arbeitgeber nicht von ihrer Verantwortung, Beschäftigte gleich zu behandeln und ihre berufliche Würde zu schützen.

Der Ausstand endete nach Gesprächen zwischen Direktion und Personal. Eine Arbeitnehmervertreterin kündigte die Wiederaufnahme des regulären Betriebs für Dienstag um 9.30 Uhr an. Auch der offizielle Besucherplan führte für den 8. September Öffnungszeiten von 9.30 Uhr bis 23 Uhr auf.

Quellen

  • Franceinfo
  • Agence France-Presse
  • Assemblée nationale
  • Eiffelturm offizieller Besucherbetrieb
  • BAPS Paris

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels