Paris – 19.10.2026: Nach den schweren Ausschreitungen am Rande der landesweiten Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten fordert Frédéric Péchenard eine bessere Ausstattung der französischen Sicherheitskräfte. Eine wirksame Polizei brauche ausreichende Mittel, sagte der frühere Generaldirektor der Nationalpolizei am Montag dem Sender Franceinfo. Péchenard ist heute Vizepräsident der Region Île-de-France und gehört der konservativen Partei Les Républicains an.
Seine Forderung folgt auf eine Mobilisierung, die am 17. Oktober in weiten Teilen Frankreichs friedlich begann, in mehreren Städten jedoch von Gewalt, Plünderungen und Sachbeschädigungen überschattet wurde. Nach Angaben der Regierung beteiligten sich rund 550.000 Menschen; die Organisatoren nannten 800.000 Teilnehmer. Anlass waren vor allem die hohen Preise für Energie, Kraftstoff und Güter des täglichen Bedarfs. Auch Schüler und Studierende hatten zur Teilnahme aufgerufen.
In Paris entstanden neben den angemeldeten Demonstrationszügen mehrere unangemeldete Gruppen, deren wechselnde Bewegungen die Polizei vor erhebliche Schwierigkeiten stellten. Besonders angespannt war die Lage rund um den Place de la République und auf dem rechten Seineufer. Vermummte warfen Pflastersteine, Feuerwerkskörper und andere Gegenstände auf Einsatzkräfte. Schaufenster und öffentliche Einrichtungen wurden beschädigt, Geschäfte geplündert. Die Stadt Paris verurteilte die Zerstörungen, warnte aber zugleich davor, die Gewalttäter mit der großen Mehrheit der friedlich Protestierenden gleichzusetzen.
Die Bilanz wurde im Laufe des Wochenendes mehrfach nach oben korrigiert. Während zunächst von ungefähr 400 Festnahmen die Rede war, meldete das Innenministerium später landesweit 2.397 Festnahmen. Rund tausend Polizisten und Gendarmen seien verletzt worden, sieben von ihnen schwer. Die Zahlen beziehen sich auf das gesamte französische Staatsgebiet und nicht allein auf die Ereignisse in der Hauptstadt.
Péchenard verwies nach Angaben von Franceinfo darauf, dass Polizisten für solche Lagen personell und materiell gerüstet sein müssten. Bei großen, uneinheitlichen Protestbewegungen müssen mobile Einheiten zugleich angemeldete Demonstrationszüge schützen, spontane Gruppen verfolgen und öffentliche Gebäude sichern. Medienberichten zufolge waren Einsatzkräfte am 17. Oktober in einigen Städten zunächst zahlenmäßig unterlegen. In Paris und Marseille reagierten sie auf Gruppen, die sich schnell aufteilten und an anderen Orten neu formierten.
Die Ausschreitungen haben damit erneut eine politische Debatte über Einsatzstärke, Ausrüstung und Taktik der Polizei ausgelöst. Zugleich stehen die Verhältnismäßigkeit einzelner Einsätze und der Schutz des Demonstrationsrechts zur Prüfung. Nach Verletzungen während der Proteste wurden Untersuchungen eingeleitet, darunter wegen eines Demonstranten, der in Saint-Étienne eine Hand verlor.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Stadt Paris
- RTL
- Associated Press
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).