Politik & Gesellschaft

Pisa-Ergebnisse erhöhen den Druck auf Frankreichs Schulen

Frankreichs 15-Jährige erzielen in der Pisa-Studie 2025 die schwächsten Ergebnisse seit Beginn der Erhebung. Bildungsminister Édouard Geffray kündigt verbindlichere Lernziele und mehr Spielraum für Schulen an.

Paris – 08.09.2026: Frankreichs Schülerinnen und Schüler haben in der Pisa-Studie 2025 so schwach abgeschnitten wie nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 2000. Besonders deutlich fielen die Rückgänge in Mathematik und beim Leseverständnis aus. In den Naturwissenschaften erreichten die 15-Jährigen im Durchschnitt 483 Punkte und lagen damit etwa auf dem Mittelwert der Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Die am Dienstag veröffentlichten Ergebnisse bestätigen eine Entwicklung, die sämtliche Schulformen und weite Teile des Landes betrifft. Frankreich liegt in den drei untersuchten Kompetenzbereichen zwar weiterhin ungefähr im Durchschnitt der Organisation. Dieser Vergleich mildert den nationalen Befund jedoch kaum: Auch in zahlreichen anderen Industrieländern sinken die Leistungen, während Frankreich zugleich mit besonders großen Unterschieden zwischen Jugendlichen verschiedener sozialer Herkunft ringt.

Bildungsminister Édouard Geffray nannte die Resultate besorgniserregend, aber nicht überraschend. Er verwies auf langfristig veränderte Lernbedingungen, eine nachlassende Konzentrationsfähigkeit und die wachsende Rolle sozialer Netzwerke im Alltag Jugendlicher. Die Pisa-Daten weisen Zusammenhänge zwischen schulischem Engagement, familiärer Unterstützung und täglicher Bildschirmzeit aus. Einzelne Ursachen lassen sich daraus jedoch nicht unmittelbar ableiten.

Nach Angaben der Statistikabteilung des Bildungsministeriums gehören die Leistungsunterschiede nach sozialer Herkunft in Frankreich weiterhin zu den größten im Kreis der untersuchten Staaten. Zugleich wächst der Anteil der Jugendlichen, die nicht die zweite Pisa-Kompetenzstufe erreichen. Sie verfügen damit nur eingeschränkt über jene Grundkenntnisse, die für weitere Bildung und gesellschaftliche Teilhabe vorausgesetzt werden.

Das Ministerium will mit verbindlicheren Lernzielen und einer stärkeren Auswertung von Leistungsdaten reagieren. Bis 2029 soll Frankreich den Durchschnitt der Organisation um 20 Punkte übertreffen; für die Pisa-Runde 2033 strebt die Regierung einen Platz im vorderen Drittel der Vergleichsländer an. Nach Darstellung des Ministeriums entsprechen 20 Punkte ungefähr dem Lernfortschritt eines zusätzlichen Schuljahres.

Nach den Herbstferien 2026 sollen Familien ein einseitiges Dokument erhalten, das die Lernziele des jeweiligen Schuljahres verständlich aufführt. Mitte September will das Ministerium außerdem die Bewertungsmaßstäbe für das Diplôme national du brevet und das Baccalauréat veröffentlichen. Den Collèges ist mehr pädagogischer Gestaltungsspielraum zugesagt. Finanziert werden soll dies teilweise aus Mitteln, die infolge sinkender Schülerzahlen frei werden.

Die Studie misst die Kompetenzen einer Altersgruppe, nicht die unmittelbare Wirkung einzelner Reformen. Viele der überwiegend 2010 geborenen Getesteten profitierten nach Angaben des Ministeriums weder von kleineren Grundschulklassen noch vom Fortbildungsprogramm für den Mathematikunterricht. Die aktuellen Ergebnisse bilden somit vor allem die Lernbedingungen der vergangenen Jahre ab.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Bildungsministerium, Statistikabteilung DEPP
  • Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels