Belfort – 03.10.2026: Bei einer Schülerblockade in Belfort ist ein Polizeikommandant am Freitagmorgen von mehreren Menschen angegriffen und zu Boden geschlagen worden. Der Leiter des Territorialen Nachrichtendienstes im Département Territoire de Belfort wurde anschließend im Krankenhaus behandelt. Nach Angaben einer Sprecherin der französischen Polizei hat er seine Arbeit inzwischen wieder aufgenommen.
Der Vorfall ereignete sich kurz nach 9 Uhr nahe dem Lycée Gustave-Courbet. Dort hatten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft etwa 200 Menschen versammelt. Polizei und Gendarmerie waren wegen der angespannten Lage vor Ort. Behördenvertreter berichteten von Gegenständen, die auf Einsatzkräfte geworfen worden seien, sowie von kleineren Bränden im Umfeld der Schule.
Nach Darstellung des Kommandanten wollte er allein und in Zivil einen Jugendlichen festnehmen. Dieser steht im Verdacht, Gegenstände auf Einsatzkräfte geworfen und versucht zu haben, ein Feuer zu legen. Die Staatsanwaltschaft erklärte, die Festnahme habe zunächst außerhalb des nahe gelegenen Flusses Savoureuse begonnen. Als der Jugendliche Widerstand geleistet habe, seien beide aus dem Gleichgewicht geraten und in das flache Wasser gefallen.
Auf Videos, die in sozialen Netzwerken verbreitet wurden, ist zu sehen, wie der Beamte und der Jugendliche im Wasser miteinander ringen. Die Aufnahmen lösten Vorwürfe aus, der Polizist habe den Kopf des Jugendlichen absichtlich unter Wasser gedrückt. Der Belforter Staatsanwalt Paul-Édouard Lallois wies diese Darstellung zurück. Seinen Angaben zufolge gelang es dem Kommandanten anschließend, den Jugendlichen am Ufer zu überwältigen und ihm Handschellen anzulegen.
Als der Beamte den Festgenommenen aus dem Bereich der Versammlung bringen wollte, griffen ihn nach Angaben der Polizei mehrere Menschen an. Weitere Aufnahmen zeigen, wie der Kommandant zu Boden geht und Schläge sowie Tritte erhält. Die Ermittler werten die Videos und Zeugenaussagen im Rahmen eines laufenden Verfahrens aus. Welche Handlungen einzelnen Beteiligten zugerechnet werden, ist bislang nicht öffentlich bekannt.
Ein Jugendlicher wurde nach dem Vorfall in Polizeigewahrsam genommen. Für ihn und mögliche weitere Beteiligte gilt die Unschuldsvermutung. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem besonders schweren Angriff. Der Zustand des verletzten Beamten gab örtlichen Behörden zufolge am Freitagabend keinen Anlass mehr zu besonderer Sorge.
Präfektur und Justiz unterscheiden in ihren Stellungnahmen zwischen gewaltbereiten Beteiligten und den übrigen demonstrierenden Schülerinnen und Schülern. Seit Beginn der Proteste am 29. September wurden im Territoire de Belfort laut Staatsanwaltschaft rund 40 Menschen vorübergehend in Gewahrsam genommen, überwiegend Minderjährige. Die Verfahren betreffen unterschiedliche Vorwürfe im Zusammenhang mit den Protesten.
Quellen
- Franceinfo
- RTL
- Le Trois
- TF1 Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).