Paris – 13.08.2026: In der Pariser Metro gibt es einen Bahnsteig, an dem Kamerateams arbeiten können, ohne Pendlerströme und Fahrpläne durcheinanderzubringen. Die Verkehrsbetriebe RATP nutzen einen nicht für den regulären Fahrgastbetrieb bestimmten Bereich der Station Porte des Lilas als professionellen Drehort. Ein Bericht von franceinfo vom 12. August hat die ungewöhnliche Anlage nun erneut bekannt gemacht.
Die RATP führt den Ort als "Station Cinéma". Film- und Fotoaufnahmen sind dort ab 8 Uhr möglich. Auf Anfrage kann das Unternehmen auch eine Metrozug-Garnitur bereitstellen; ein Fahrer steht nach den veröffentlichten Bedingungen höchstens fünf Stunden lang zur Verfügung. Ob dies möglich ist, hängt von der technischen Machbarkeit sowie der Verfügbarkeit von Personal und Fahrzeugen ab.
Porte des Lilas liegt im 20. Arrondissement und wird von den Linien 3bis und 11 bedient. Der für Produktionen vorgesehene Bereich gehört zu einer Betriebsverbindung in Richtung Place des Fêtes. An dieser Strecke liegt auch Haxo, eine Station, die nie für den Publikumsverkehr eröffnet wurde. Die RATP unterscheidet jedoch ausdrücklich zwischen der eigens organisierten Filmkulisse und anderen stillgelegten oder für Außenstehende unzugänglichen Teilen des Netzes.
Grundsätzlich können professionelle Teams auch im laufenden Metroverkehr drehen, allerdings unter engeren Vorgaben. Werktags sind Aufnahmen nach den RATP-Regeln zwischen 10 und 15 Uhr in weniger stark ausgelasteten Bereichen erlaubt. Je nach Vorhaben darf die Gruppe nur etwa fünf bis zehn Personen umfassen; dazu zählen Technik, Darsteller und Statisten. Dreharbeiten außerhalb dieser Zeiten erfordern besondere organisatorische und finanzielle Vereinbarungen.
Die Filmstation bietet deshalb Bedingungen, die sich verlässlicher planen lassen als Aufnahmen auf einem öffentlich genutzten Bahnsteig. Frei zugänglich ist sie dennoch nicht. Für jedes Projekt muss ein Vertrag geschlossen werden, der unter anderem Personal, Fahrzeuge, Anlagen und Vergütung regelt. Anträge sollen gewöhnlich drei bis vier Wochen vor dem gewünschten Termin eingereicht werden. Für Drehs im Juli und August verlangt die RATP wegen der längeren Vorbereitung einen Vorlauf von acht Wochen.
Vorbehalten ist der Ort ausschließlich professionellen Produktionen. Öffentliche Veranstaltungen lässt die RATP dort nicht zu; auch andere ungenutzte Metrostationen werden dafür nicht angeboten. An der Porte des Lilas verfügt Paris damit über einen dauerhaft organisierten Schauplatz für Filme, Serien, Werbung, Musikvideos und Fotoproduktionen – einschließlich eines echten Metrozugs, sofern Betrieb und Personalplanung dies erlauben.
Quellen
- RATP: Dreharbeiten und Fotoaufnahmen im Metro-Netz
- RATP: Geschichte der Station Place des Fêtes
- franceinfo: Bericht über die Filmstation Porte des Lilas
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).