Paris – 16.08.2026: Ein am Sonntag veröffentlichter Bericht von France Télévisions hat die Geschäftsmethoden privater Coaches in Frankreich erneut zum Thema gemacht. Ehemalige Kunden berichteten, sie hätten sich durch Versprechen von Wohlstand, Beziehungsglück oder persönlicher Erfüllung unter Druck gesetzt und finanziell ausgenutzt gefühlt. Die Vorwürfe richten sich gegen einzelne Anbieter und lassen sich nicht auf eine ganze Branche übertragen.
Nach Angaben des Senders arbeiten in Frankreich mindestens 15.000 Coaches. Ihr Angebot reicht von beruflicher und sportlicher Begleitung über Beziehungsberatung bis zur Persönlichkeitsentwicklung. Für Kunden ist diese Vielfalt schwer zu überblicken: Unter dem Begriff Coaching finden sich klar umrissene Dienstleistungen ebenso wie Programme mit weitreichenden, kaum überprüfbaren Erfolgsversprechen. Hinzu kommt, dass die Berufsbezeichnung allein wenig über Ausbildung und Erfahrung eines Anbieters aussagt.
Wie groß die Risiken sein können, zeigen Kontrollen der Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung. Bei einer Untersuchung von Wellness-Coaches und Ausbildungsanbietern in den Jahren 2021 und 2022 beanstandete die Behörde rund 80 Prozent der geprüften Akteure. Die Mängel betrafen unter anderem unzureichende Preisangaben, fehlende Nachweise für angebotene Leistungen und Vertragsklauseln, die Kundenrechte unangemessen einschränkten.
Bei etwa einem Fünftel der kontrollierten Anbieter stellte die Behörde irreführende Geschäftspraktiken fest. Dazu gehörten nicht belegte Qualifikationen, Bezeichnungen mit Anklängen an medizinische Berufe und das Versprechen, gesundheitliche Beschwerden beseitigen zu können. Als besonders problematisch gelten Angebote zu Essstörungen, Abhängigkeiten oder psychischen Belastungen, wenn sie eine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung suggerieren.
Der Berufsverband International Coaching Federation France grenzt professionelles Coaching von standardisierten Selbsthilfeprogrammen ab, die schnellen Reichtum oder allgemeingültige Lebenslösungen versprechen. Nach seinem Verständnis orientiert sich seriöses Coaching an einem konkreten Anliegen, bleibt zeitlich begrenzt und verzichtet auf Heilsversprechen. Für Beschwerden über Mitglieder unterhält der Verband einen Ethikausschuss.
Besonders verletzlich sind Menschen, die in einer persönlichen Krise Unterstützung suchen. Hohe Vorauszahlungen, kostspielige Folgeverträge und die Vermischung von Lebensberatung mit gesundheitlichen Themen können ihre Lage verschärfen. Die Verbraucherschützer kontrollierten deshalb gezielt Angebote zur Gewichtsabnahme, Stressbewältigung und Suchtbekämpfung.
Vor einem Vertragsabschluss sollten Interessenten Preise, Laufzeit, Kündigungsregeln sowie Ausbildung und Qualifikation des Anbieters schriftlich prüfen. Auch konkrete Ziele und der Umfang der Leistung sollten festgehalten werden. Bei psychischen oder körperlichen Beschwerden ersetzt Coaching keine ärztliche, psychotherapeutische oder anderweitig fachlich geregelte Behandlung. Irreführende Gesundheitsversprechen können nach Einschätzung der Behörde dazu führen, dass Betroffene notwendige medizinische Hilfe verspätet in Anspruch nehmen.
Quellen
- Franceinfo
- Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung
- International Coaching Federation France
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).