Umwelt

Protest gegen Delfinzentrum in Beauval: One Voice fordert Meeresrefugien

In Saint-Aignan demonstriert die Tierschutzorganisation One Voice gegen das geplante Delfinzentrum des ZooParc de Beauval. Umstritten ist, ob die Anlage als Auffangstation für Tiere aus geschlossenen Delfinarien dienen oder deren Gefangenschaft fortsetzen würde.

Saint-Aignan – 01.08.2026: In Saint-Aignan im Département Loir-et-Cher hat die Tierschutzorganisation One Voice am Samstag zu einer Demonstration gegen das geplante Delfinzentrum des ZooParc de Beauval aufgerufen. Die Kundgebung nahe dem Tourismusbüro war für den Vormittag angesetzt. One Voice fordert, die betroffenen Tiere in Meeresrefugien unterzubringen, statt für sie neue Becken zu bauen.

Anlass des Protests ist ein vom Präfekten des Loir-et-Cher Anfang Juni genehmigtes Zentrum für Studien, wissenschaftliche Forschung und Rettung von Delfinen. Beauval will dafür zehn Becken errichten. Nach den bisherigen Plänen sollen dort Delfine aus ehemaligen französischen Delfinarien und gegebenenfalls aus weiteren europäischen Einrichtungen aufgenommen werden. Die Regierung hatte den Tierpark als mögliche Übergangslösung für in Gefangenschaft lebende Tiere ins Gespräch gebracht.

Dringlich wurde die Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten durch die Schließung des Marineland in Antibes im Januar 2025. Für die dort verbliebenen Delfine gibt es bislang keine dauerhafte Lösung. Zugleich stehen nicht genügend geeignete Meeresrefugien zur Verfügung. Nach früheren Regierungsangaben könnten in den kommenden Jahren etwa 60 Wale und Delfine aus schließenden europäischen Anlagen einen neuen Platz benötigen. Befürworter verweisen darauf, dass Beauval über ausreichend Fläche und eine veterinärmedizinische Infrastruktur verfüge.

One Voice bezweifelt jedoch, dass sich die geplante Einrichtung grundlegend von einem Delfinarium unterscheiden würde. Die Organisation kritisiert die fortgesetzte Haltung in künstlichen Becken sowie mögliche Bestimmungen zu Zucht und Verlegung der Tiere. Ihre Juristinnen prüfen nach eigenen Angaben eine Klage gegen die Genehmigung der Präfektur. Bereits 2016 hatte der Verband gegen frühere Pläne für ein Delfinarium in Beauval mobilisiert; das Vorhaben wurde damals nicht verwirklicht.

Rechtlich berührt der Streit das französische Tierschutzgesetz von 2021. Vom 1. Dezember 2026 an untersagt es bestimmten Einrichtungen die Haltung und öffentliche Präsentation von Walen und Delfinen. Ausnahmen gelten jedoch für wissenschaftliche Programme und Auffangstationen. Ob Beauval tatsächlich eine Rettungsstruktur schaffen oder eine dauerhafte Haltung unter anderer Bezeichnung etablieren würde, ist daher die zentrale Streitfrage.

Die Regierung steht zugleich vor einem praktischen Problem: Ein kurzfristiger Umzug sämtlicher Tiere in Meeresrefugien scheitert bislang an fehlenden Kapazitäten, Genehmigungsverfahren und Anforderungen der tiermedizinischen Versorgung. Eine Verlegung in ausländische Freizeitparks würde die von Frankreich angestrebte Abkehr von Delfinshows lediglich ins Ausland verschieben. In Beauval sind nach bisheriger Planung weder Vorführungen noch direkte Begegnungen zwischen Publikum und Delfinen vorgesehen.

Mit der Demonstration wird aus einer Verwaltungsentscheidung ein öffentlicher Konflikt über die Zukunft der Delfinhaltung. One Voice betrachtet Meeresrefugien als einzig vertretbare Lösung. Behörden und Befürworter halten dagegen eine Auffangstation für nötig, weil viele der Tiere nicht ausgewildert werden können. Die Genehmigung der Präfektur wird damit zum konkreten Test für die Anwendung des Tierschutzgesetzes von 2021.

Quellen

  • Franceinfo
  • Präfektur des Loir-et-Cher
  • Légifrance
  • One Voice
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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