Portsmouth – 08.09.2026: Eine Protestaktion gegen irreguläre Migration ist am Sonntagabend, dem 6. September, in Portsmouth in Auseinandersetzungen mit der Polizei gemündet. Anlass war die Ankunft eines überfüllten Schlauchbootes, das nahe der Isle of Wight britische Gewässer erreicht hatte. Küstenwache und Rettungsdienste brachten die Menschen zur Eastney Marina im Großraum Portsmouth.
Nach übereinstimmenden Medienberichten befanden sich etwa 140 Menschen an Bord. Mehr als 200 Demonstranten versammelten sich gegen 20 Uhr am Hafen und hinderten drei Reisebusse an der Abfahrt. Mit den Bussen sollten die Geretteten zur Registrierung und Unterbringung in eine Aufnahmeeinrichtung gebracht werden.
Die Polizei von Hampshire und der Isle of Wight ordnete die Auflösung der Versammlung an. Nach Darstellung des britischen Innenministeriums setzten Einsatzkräfte Schlagstöcke und Reizstoffspray ein, nachdem sich Teilnehmer aggressiv verhalten hatten. Erst gegen vier Uhr morgens löste sich die Menge auf, anschließend konnten die Busse abfahren. In der Nacht gab es keine Festnahmen; mögliche Straftaten werden jedoch weiter untersucht.
Der Vorfall folgte auf eine ähnliche Aktion in Dover. Dort hatten maskierte Demonstranten am 5. September Zufahrtsstraßen zum wichtigsten britischen Fährhafen blockiert und damit den Personen- und Güterverkehr nach Frankreich beeinträchtigt. Die Regierung erklärte, die Proteste hätten die Grenze zwischen friedlicher Meinungsäußerung und einer Störung der öffentlichen Ordnung überschritten.
Die Ankunft vor Portsmouth deutet zudem auf veränderte Routen der Schleusernetzwerke hin. Die meisten kleinen Boote legen an der nordfranzösischen Küste im Raum Calais ab. Der Weg zur Isle of Wight und nach Portsmouth liegt deutlich weiter westlich und ist länger. Das britische Innenministerium warnt vor zusätzlichen Sicherheitsrisiken durch größere Schlauchboote mit mehr als hundert Menschen sowie durch wechselnde Abfahrtsorte entlang der französischen Küste.
London meldet für 2026 bislang einen deutlichen Rückgang der Überfahrten gegenüber dem Vorjahr. Als Gründe nennt die Regierung die engere Zusammenarbeit mit Frankreich, mehr französische Einsatzkräfte und ein entschiedeneres Vorgehen gegen organisierte Schleuserkriminalität. Der Jahresbericht des britischen Grenzschutzkommandos warnt zugleich, dass kriminelle Netzwerke ihre Routen, Boote und Logistik rasch an neue Kontrollen anpassen.
Nach britischen Regierungsangaben sind mittlerweile rund 1050 französische Beamte an der Küste eingesetzt. Hinzu kommen spezialisierte Ermittlungs- und Einsatzteams beider Länder. London beziffert die Zahl der verhinderten Überfahrtsversuche auf mehr als 48.000. Die nächtliche Blockade in Portsmouth zwang Polizei und Rettungsdienste dennoch zu einem stundenlangen Einsatz, bevor die Geretteten den Hafen verlassen konnten.
Quellen
- Franceinfo: Protest gegen Migranten in Portsmouth
- Britische Regierung: Erklärung zu den Protesten an der Südküste
- Britische Regierung: Jahresbericht des Border Security Commander 2025/26
- Britische Regierung: Britisch-französische Zusammenarbeit
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).