Gesundheit

Protest in Paris gegen weibliche Genitalverstümmelung

Auf der Place de la Nation haben rund hundert Menschen gegen weibliche Genitalverstümmelung demonstriert. Die Kundgebung reagierte auch auf Beiträge in sozialen Netzwerken, die den gewaltsamen Eingriff befürworteten.

Paris – 24.08.2026: Rund hundert Menschen haben am Samstag, dem 22. August, auf der Place de la Nation gegen weibliche Genitalverstümmelung demonstriert. Die Kundgebung richtete sich gegen das Fortbestehen dieser Gewalt und gegen eine jüngere Kampagne in sozialen Netzwerken, in der Beschneidungen von Mädchen befürwortet wurden. Nach Angaben aus dem Umfeld der Mobilisierung stammten entsprechende Beiträge insbesondere von Nutzern mit Bezug zu Mali.

Die Demonstrierenden forderten einen wirksameren Schutz von Mädchen und wandten sich gegen jeden Versuch, Genitalverstümmelung gesellschaftlich oder religiös zu rechtfertigen. Am selben Tag gingen auch Frauen in Mali gegen die Praxis auf die Straße. Wer die umstrittenen Online-Beiträge ursprünglich verfasste und wie weit sie verbreitet wurden, ist öffentlich allerdings nicht abschließend geklärt.

Weibliche Genitalverstümmelung bezeichnet Eingriffe an den äußeren weiblichen Genitalien, für die es keine medizinische Begründung gibt. Je nach Form werden Gewebe verletzt oder entfernt und Körperöffnungen verengt. Das französische Gleichstellungsministerium orientiert sich dabei an der Definition der Weltgesundheitsorganisation. Frankreich verfolgt solche Taten strafrechtlich: Eine Gewalttat, die eine Verstümmelung oder dauerhafte Behinderung verursacht, kann nach Artikel 222-9 des Strafgesetzbuchs mit bis zu zehn Jahren Haft und 150.000 Euro Geldstrafe geahndet werden.

Die gesundheitlichen Folgen können ein Leben lang anhalten. Die Stadt Paris nennt akute Blutungen, Infektionen und Verletzungen sowie chronische Schmerzen, sexuelle Beschwerden und psychische Traumata. Auch Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt sind möglich; in schweren Fällen können die Eingriffe tödlich enden. Beratungsstellen und medizinische Einrichtungen unterstützen deshalb sowohl Betroffene als auch Menschen, die eine Gefährdung von Mädchen vermuten.

Nach der jüngsten globalen Schätzung von UNICEF leben weltweit mehr als 230 Millionen Mädchen und Frauen, die eine Genitalverstümmelung erfahren haben. Viele von ihnen waren beim Eingriff noch keine 15 Jahre alt. Trotz Fortschritten in einzelnen Ländern wächst die Zahl der Betroffenen wegen des Bevölkerungswachstums in einigen Regionen weiter. UNICEF hält das internationale Ziel, die Praxis bis 2030 zu beenden, beim bisherigen Tempo für nicht erreichbar.

In Frankreich fällt die Pariser Kundgebung in die laufende Sommerprävention. Das Gleichstellungsministerium unterstützt 2026 eine landesweite Kampagne des Vereins Excision, parlons-en !. Sie warnt insbesondere vor Eingriffen während Auslandsreisen und richtet sich an Familien, Fachkräfte und das Umfeld gefährdeter Mädchen. Vom 24. Juni bis zum 1. September werden die Hinweise nach Ministeriumsangaben an 1.000 Bushaltestellen sowie über staatliche und zivilgesellschaftliche Netzwerke verbreitet. Der Protest auf der Place de la Nation gab dieser Präventionsarbeit eine öffentliche Stimme.

Quellen

  • Reuters Connect: Kundgebung gegen weibliche Genitalverstümmelung in Paris am 22. August 2026
  • Französisches Ministerium für Gleichstellung: Sommerkampagne gegen weibliche Genitalverstümmelung 2026
  • Légifrance: Artikel 222-9 des französischen Strafgesetzbuchs
  • UNICEF: Globale Schätzung zu weiblicher Genitalverstümmelung
  • Stadt Paris: Gesundheitsfolgen und Hilfsangebote

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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