Paris – 12.10.2026: Raphaël Glucksmann hat die Vorwahl der französischen sozialdemokratischen Linken bereits im ersten Wahlgang klar gewonnen. Der Mitvorsitzende der Partei Place Publique erhielt nach Angaben der Wahlorganisation 79.613 Stimmen und damit 66,13 Prozent der gültig abgegebenen Stimmen. Der 46-jährige Europaabgeordnete soll dieses politische Lager nun bei der Präsidentschaftswahl 2027 vertreten.
Die Abstimmung begann am Freitag, dem 9. Oktober, und endete am Sonntagabend. Wegen eines Cyberangriffs auf die Wahlplattform war der Zugang zeitweise beeinträchtigt; die Organisatoren verlängerten deshalb die Abstimmung. Insgesamt wurden 120.787 Stimmen abgegeben. Glucksmanns Vorsprung fiel so deutlich aus, dass kein zweiter Wahlgang erforderlich war.
Olivier Faure, Erster Sekretär der Parti socialiste, kam mit 17.398 Stimmen auf 14,46 Prozent. Ségolène Royal, die sozialistische Präsidentschaftskandidatin von 2007, erreichte rund sieben Prozent. Ebenfalls angetreten waren der sozialistische Abgeordnete Jérôme Guedj und Emmanuel Maurel von der Gauche républicaine et socialiste. Beide blieben unter zehn Prozent.
Das Ergebnis verschiebt die Gewichte in einem politischen Spektrum, das seit Jahren von organisatorischer Zersplitterung und konkurrierenden Führungsansprüchen geprägt ist. Erstmals schickt die Parti socialiste keinen Kandidaten aus den eigenen Reihen in eine Präsidentschaftswahl, obwohl sie die Vorwahl maßgeblich mitgetragen hat. Place Publique ist deutlich kleiner als die Sozialisten, verfügt mit Glucksmann jedoch über einen Politiker, der vor allem durch seine Arbeit im Europäischen Parlament landesweit bekannt ist.
Glucksmann grenzt sich sowohl von Präsident Emmanuel Macrons Kurs als auch von Jean-Luc Mélenchons La France insoumise ab. Mélenchons Partei beteiligte sich nicht an der Vorwahl. Nach seinem Sieg kündigte Glucksmann an, eine demokratische Linke sammeln und die extreme Rechte bei der Präsidentschaftswahl schlagen zu wollen. Eine gemeinsame Kandidatur der gesamten französischen Linken ist aus der Abstimmung allerdings nicht hervorgegangen.
Die beiden Wahlgänge der Präsidentschaftswahl sind für den 18. April und den 2. Mai 2027 vorgesehen. In jüngeren Umfragen kam Glucksmann je nach Konstellation auf neun bis 14 Prozent. Vor ihm lagen Marine Le Pen, der frühere Premierminister Édouard Philippe und Jean-Luc Mélenchon. Der Sieg stärkt somit Glucksmanns Stellung innerhalb des sozialdemokratischen Lagers, verändert aber vorerst nicht die Rangfolge der aussichtsreichsten Bewerber.
Für die Parti socialiste markiert das Votum einen Einschnitt. Faure erkannte Glucksmanns Sieg an und erklärte, dieser habe eine Mehrheit der Abstimmenden überzeugt. Glucksmanns innerparteiliche Legitimation stützt sich nun auf mehr als 79.000 Stimmen in einer Vorwahl, an der sich insgesamt gut 120.000 Menschen beteiligten.
Quellen
- Franceinfo
- LCP – Assemblée nationale
- Le Monde
- RTL
- TF1 Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).