Druskininkai – 31.07.2026: Nach einem Rassismusvorwurf bei der Weltmeisterschaft im Kraftdreikampf in Litauen haben die zuständigen Verbände Konsequenzen gezogen. Betroffen ist die belgische Athletin Sonita Muluh. Ein freiwilliger Helfer soll einen ihrer Versuche gezielt beeinträchtigt und sein Verhalten später mit einer rassistischen Haltung begründet haben. Der Weltverband International Powerlifting Federation (IPF) erklärte, er kenne den Vorfall und verurteile jede Form von Rassismus und Diskriminierung.
Die Weltmeisterschaft im klassischen Kraftdreikampf wurde vom 13. bis 21. Juni 2026 in Druskininkai ausgetragen. Muluh trat in der Gewichtsklasse über 84 Kilogramm an. In der offiziellen Ergebnisliste ist sie als disqualifiziert verzeichnet; eine Gesamtleistung ging daher nicht in die Wertung ein. Nach den veröffentlichten Berichten ereignete sich der Vorfall während eines Versuchs, an dem ein als Spotter und Loader eingesetzter Helfer beteiligt war.
Diese Helfer erfüllen im Kraftdreikampf eine sicherheitsrelevante Aufgabe. Sie bereiten die Hantel vor und greifen ein, wenn Athletinnen oder Athleten ein hohes Gewicht nicht mehr kontrollieren können. Während eines regelgerechten Versuchs dürfen sie die Hantel jedoch weder unterstützen noch den Bewegungsablauf beeinflussen. Eine Berührung kann dazu führen, dass der Versuch ungültig gewertet wird. Im Fall Muluhs blieb es deshalb nicht bei einer Störung des Wettkampfs: Die Entscheidung hatte unmittelbare Folgen für ihre Platzierung.
Die litauische Powerlifting-Föderation schloss den Helfer nach Angaben der IPF dauerhaft von jeder Mitwirkung in ihrem Zuständigkeitsbereich aus. Der Weltverband begrüßte die Sanktion ausdrücklich. In einer Mitteilung vom 27. Juli kündigte die IPF zudem an, gemeinsam mit ihren zuständigen Kommissionen, dem Beauftragten für den Schutz von Sportlerinnen und Sportlern sowie dem Organisationsteam der Weltmeisterschaft weitere Schritte zu prüfen.
Die Untersuchung betrifft auch die Strukturen hinter dem Wettkampf. Der Verband will nach eigenen Angaben Auswahl, Überprüfung, Akkreditierung und Aufsicht freiwilliger Helfer bei internationalen Veranstaltungen untersuchen. Gerade bei den Spottern und Loadern ist Vertrauen unverzichtbar: Sie können durch einen verfrühten Eingriff das Ergebnis verändern, zugleich hängt bei schweren Lasten die körperliche Sicherheit der Teilnehmenden von ihrer Aufmerksamkeit ab.
Muluh gehört zu den international erfahrenen belgischen Kraftdreikämpferinnen und hatte ihr Land bereits bei bedeutenden IPF-Wettbewerben vertreten. Ob die offizielle Wertung nachträglich geändert oder ihr Wettkampf anderweitig neu bewertet wird, teilte die IPF nicht mit. In der derzeit verfügbaren Ergebnisliste bleibt die Disqualifikation bestehen. Die dauerhafte Sperre des Helfers ist bislang die einzige öffentlich benannte Sanktion.
Quellen
- Franceinfo
- International Powerlifting Federation
- Offizielle Ergebnisliste der IPF-Weltmeisterschaft 2026
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).