Politik & Gesellschaft

Regierung verspricht Sofortplan gegen Unterrichtsausfälle

Bildungsminister Edouard Geffray will binnen weniger Tage Maßnahmen zur Vertretung fehlender Lehrkräfte vorlegen. Damit reagiert die Regierung auf Schülerproteste und ein seit Jahren ungelöstes Problem.

Reims – 08.10.2026: Frankreichs Bildungsminister Edouard Geffray hat einen Sofortplan gegen Unterrichtsausfälle durch fehlende Lehrkräfte angekündigt. Er werde die Maßnahmen innerhalb weniger Stunden oder Tage vorstellen, sagte Geffray am Donnerstag bei einem Besuch des Berufsgymnasiums Raymond-Kopa in Reims. Die Regierung reagiert damit auf die Proteste von Schülerinnen und Schülern, zu deren wichtigsten Beschwerden der Ausfall von Unterricht gehört.

Geffray wollte noch am Donnerstag Vertreter der drei wichtigsten Schülerorganisationen treffen. Dabei sollte es nach seinen Worten auch darum gehen, welche Schritte die Regierung beim Ersatz abwesender Lehrkräfte bereits unternommen hat. Konkrete Inhalte des Sofortplans nannte der Minister zunächst nicht. Offen blieb daher, ob zusätzliche Stellen, beschleunigte Verfahren oder eine Neuordnung der vorhandenen Vertretungsreserven vorgesehen sind.

Die Vertretungsfrage ist Teil eines breiteren Schülerprotests. Er richtet sich außerdem gegen den Zustand von Schulgebäuden, belastende Stundenpläne und das Hochschulzulassungsverfahren Parcoursup. Das Bildungsministerium hatte am 4. Oktober fünf Arbeitsfelder angekündigt. Die regionalen Bildungsakademien sollten in dieser Woche vor allem längerfristige Ausfälle und unbesetzte Stellen bearbeiten. Vorrang haben demnach Abschlussklassen, Schwerpunktfächer und die berufliche Bildung.

Die Zuständigkeit hängt von der Dauer des Ausfalls ab. Fehlt eine Lehrkraft weniger als 15 Tage, soll die jeweilige Schulleitung an weiterführenden Schulen grundsätzlich selbst für Ersatz sorgen. Bei längeren Abwesenheiten sind dagegen die Bildungsakademien zuständig. Seit 2023 können Lehrkräfte freiwillig zusätzliche, vergütete Vertretungsstunden übernehmen. Das Instrument stößt jedoch an praktische Grenzen: Verfügbare Fachkräfte sind regional sowie je nach Unterrichtsfach sehr unterschiedlich verteilt. Zudem lässt sich eine fachgerechte Vertretung nicht in jedem Fall innerhalb eines Kollegiums organisieren.

Wie groß die Lücke ist, dokumentierte ein Bericht des französischen Senats vom Juni 2025. Danach wurden im Schuljahr 2023/2024 an öffentlichen weiterführenden Schulen 949.493 Tage längerfristiger Abwesenheit nicht ersetzt. Das waren 93,2 Prozent mehr als 2018/2019. Zugleich waren 2024/2025 im Sekundarbereich rund 27.464 Lehrkräfte mit Vertretungsaufgaben betraut, 20 Prozent mehr als 2018. Der Personalzuwachs konnte den steigenden Bedarf demnach nicht auffangen.

Parallel zum Sofortplan setzt die Regierung auf Gespräche an den Schulen. Seit dem 7. Oktober ist an den Gymnasien ein halber Unterrichtstag für interne Debatten der Schülerschaft vorgesehen. Bis zum 23. Oktober läuft außerdem eine nationale Konsultation auf der staatlichen Plattform Agora. Nach vorläufigen Angaben des Ministeriums beteiligten sich am 8. Oktober im Sekundarbereich 1,67 Prozent der Lehrkräfte am Streik.

Quellen

  • Franceinfo, 8. Oktober 2026
  • Französisches Bildungsministerium, 8. Oktober 2026
  • Französischer Senat, Bericht zum Ersatz abwesender Lehrkräfte, 11. Juni 2025

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels