Politik & Gesellschaft

Regierung verspricht stabile Strompreise für den Winter

Frankreichs Regierung will einen Anstieg der Strompreise im Winter verhindern. EDF soll die verfügbare Kernkraftleistung unter strikter Beachtung der Sicherheitsvorgaben ausschöpfen.

Paris – 08.10.2026: Die französische Regierung hat zugesagt, einen Anstieg der Strompreise im bevorstehenden Winter zu verhindern. Regierungssprecherin Maud Bregeon bekräftigte am Donnerstag eine entsprechende Ankündigung von Premierminister Sébastien Lecornu. Der staatlich kontrollierte Energiekonzern EDF solle alle verfügbaren Erzeugungskapazitäten mobilisieren, damit Frankreichs Kernkraftwerke möglichst viel Strom liefern könnten.

Lecornu hatte die politische Vorgabe am Mittwochabend im Pariser Amtssitz Matignon formuliert. Der Strompreis dürfe im Winter nicht steigen; die Regierung werde die erforderlichen Entscheidungen treffen. Bregeon bezeichnete dies als verbindliche Zusage. Welche regulatorischen oder finanziellen Instrumente dafür eingesetzt werden sollen und wann entsprechende Beschlüsse fallen, sagte sie nicht.

Die Ankündigung richtet sich vor allem an Haushalte, deren Kaufkraft durch hohe Energie- und Kraftstoffkosten belastet wird. Zugleich steht die Regierung wegen ihres Haushaltskurses unter politischem und sozialem Druck. Lecornu kündigte außerdem an, zehn Millionen Barrel Dieselkraftstoff aus strategischen Beständen für den Vertrieb freizugeben, um die Preise an den Tankstellen zu senken.

Für die Versorgung im Winter setzt Frankreich weiterhin auf seinen großen Kernkraftwerkspark. EDF meldete für die ersten neun Monate des Jahres eine Kernenergieproduktion von 271,9 Terawattstunden. Das waren drei Terawattstunden mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Im September lag die Erzeugung mit 26 Terawattstunden allerdings um 2,9 Terawattstunden unter dem Vorjahreswert.

EDF hält für 2026 und 2027 eine jährliche französische Kernenergieproduktion zwischen 350 und 370 Terawattstunden für erreichbar. Voraussetzung ist, dass Wartungsarbeiten weitgehend planmäßig verlaufen und genügend Reaktoren verfügbar bleiben. Anfang Oktober wurden mehrere Blöcke wieder an das Netz angeschlossen, darunter Anlagen in Golfech, Saint-Alban und Paluel. Manche Wiederinbetriebnahmen hatten sich zuvor wegen technischer Probleme oder betrieblicher Einschränkungen verzögert.

Der politische Auftrag an EDF steht ausdrücklich unter dem Vorbehalt der nuklearen Sicherheitsanforderungen. Die Regierung kann deshalb keine pauschale Leistung für einzelne Reaktoren anordnen. Über Betrieb, Wartung und Wiederanschluss entscheidet EDF innerhalb des atomrechtlichen Rahmens und unter Aufsicht der französischen Behörde für nukleare Sicherheit und Strahlenschutz.

Die Preiszusage ist vorerst eine politische Leitlinie, keine veröffentlichte Tarifentscheidung. Höhere Produktion kann das Stromangebot stützen, garantiert aber für sich genommen keine unveränderten Endkundenpreise. Diese hängen auch von Marktpreisen, Netzentgelten, Steuern und staatlichen Eingriffen ab. Ob die Regierung Abgaben verändert, Ausgleichszahlungen vorsieht oder andere Instrumente wählt, ließ sie offen. EDF hielt seine Produktionserwartung für 2026 und 2027 zuletzt unverändert bei 350 bis 370 Terawattstunden.

Quellen

  • Franceinfo
  • EDF
  • Matignon
  • RTL

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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