Paris – 08.10.2026: Die französische Regierung verspricht stabile Strompreise für den kommenden Winter. Premierminister Sébastien Lecornu erklärte am 7. Oktober, der Strompreis solle während der Heizperiode nicht steigen. Regierungssprecherin Maud Bregeon bekräftigte die Zusage am Donnerstagmorgen bei Franceinfo. Zugleich forderte sie den staatlich kontrollierten Energiekonzern EDF auf, seine verfügbaren Erzeugungskapazitäten weitgehend auszuschöpfen.
Die Ankündigung richtet sich vor allem an Haushalte, deren Verbrauch mit Beginn der Heizsaison steigt. Sie bedeutet allerdings keine unmittelbare Preisfestsetzung für den gesamten Strommarkt. In Frankreich gelten regulierte Verkaufstarife für einen großen Teil der Privatkunden; daneben gibt es Marktverträge mit festen, variablen oder an den regulierten Tarif gebundenen Preisen. Bei Festpreisverträgen richtet sich eine mögliche Änderung nach den jeweiligen Vertragsbedingungen.
Auch den regulierten Tarif bestimmt die Regierung nicht allein. Die französische Energieregulierungskommission CRE erarbeitet Tarifvorschläge, die anschließend von den zuständigen Ministerien umgesetzt werden. In die Berechnung fließen unter anderem Netzentgelte, Beschaffungskosten, Abgaben und Mehrwertsteuer ein. Anpassungen sind derzeit zum 1. August und zum 1. Februar vorgesehen. Der nächste Prüfstein für das Versprechen ist daher der 1. Februar 2027.
Politische und fiskalische Handlungsmöglichkeiten bleiben der Regierung dennoch. Sie kann auf Teile der Besteuerung und staatlich festgelegte Abgaben einwirken oder Preissteigerungen mit Haushaltsmitteln abfedern. Im Januar 2026 hatte die CRE einen im Durchschnitt nahezu stabilen regulierten Tarif vorgeschlagen. Die jährliche Musterrechnung für einen Verbrauch von 4,5 Megawattstunden sank rechnerisch um rund neun Euro auf 1.042 Euro einschließlich Steuern.
Eine hohe heimische Stromerzeugung erleichtert die Zusage, ersetzt jedoch keine Tarifentscheidung. Frankreich stützt seine Versorgung vor allem auf Kernkraft, ergänzt durch Wasserkraft und andere erneuerbare Energien. Nach der jüngsten Prognose des Netzbetreibers RTE sind die Reserven für winterliche Verbrauchsspitzen bis 2027 hoch. Ein erhebliches Versorgungsrisiko sieht RTE nur bei außergewöhnlichen gleichzeitigen Ausfällen mehrerer Erzeugungsarten.
Für Verbraucher bleibt der Unterschied zwischen Tarif und Rechnung wichtig. Selbst bei einem unveränderten Preis je Kilowattstunde kann eine längere Kälteperiode die monatliche Belastung erhöhen, weil mehr Strom verbraucht wird. Lecornus Zusage betrifft somit den Tarifpreis, nicht die Gesamthöhe der Winterrechnung.
Zusätzliche Unsicherheit schafft das Ende des früheren Systems, das Lieferanten einen regulierten Zugang zu französischem Atomstrom gewährte. Seit dessen Auslaufen Ende 2025 orientieren sich ihre Beschaffungskosten stärker am Markt. Soll die Zusage auch am 1. Februar 2027 gelten, muss die Regierung eine mögliche Abweichung von der regulären Tarifberechnung politisch beschließen und gegebenenfalls finanzieren.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- TF1 Info
- Commission de régulation de l'énergie
- RTE
- Ministerium für Wirtschaft und Finanzen
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).