Politik & Gesellschaft

Regierung will höhere Renten 2027 schwächer anheben

Wirtschaftsminister Roland Lescure stellt für etwa die Hälfte der französischen Rentner eine geringere Anpassung ihrer Bezüge in Aussicht. Kleine Renten sollen geschützt bleiben.

Paris – 21.09.2026: Frankreichs Wirtschaftsminister Roland Lescure hat angekündigt, dass etwa die Hälfte der Rentner einen Beitrag zu den Sparanstrengungen im Haushalt 2027 leisten soll. Im Gespräch mit France Inter verwies er auf eine geplante geringere Anpassung bestimmter Altersrenten. Die Regierung sucht nach Einsparungen, um das öffentliche Defizit zu senken.

Eine Kürzung bereits ausgezahlter Rentenbeträge ist nach den bisherigen Angaben nicht vorgesehen. Zur Debatte steht vielmehr eine Unterindexierung: Die betroffenen Bezüge würden bei steigenden Preisen schwächer angehoben als die Inflation. Damit nähme ihre Kaufkraft ab, obwohl die ausgezahlten Beträge nominal unverändert blieben oder leicht stiegen. Kleine Renten sollen nach der bisherigen Linie des Kabinetts geschützt werden.

Lescure hatte bereits im August eine zurückhaltendere Anpassung der Pensionen wohlhabenderer Rentner ins Gespräch gebracht. Mitte September leitete Premierminister Sébastien Lecornu Beratungen zwischen dem Wirtschafts-, dem Haushalts- und dem Arbeitsministerium ein. Geprüft werden neben einer Unterindexierung auch gestaffelte Anpassungsregeln und Änderungen am steuerlichen Pauschalabzug von zehn Prozent auf Renteneinkünfte.

Finanziell geht es um einen beträchtlichen Posten. Eine reguläre Inflationsanpassung der gesetzlichen Grundrenten würde den Staat 2027 nach Regierungsangaben mehr als sechs Milliarden Euro kosten. In vergleichbarer Größenordnung möchte das Kabinett bei den Rentenausgaben sparen. Welche Instrumente dafür gewählt werden, ab welcher Rentenhöhe sie greifen und wie viele Menschen jeweils betroffen wären, ist bislang offen.

Politisch ist der Vorstoß heikel. Frankreichs Renten sind gesetzlich an die Preisentwicklung gekoppelt; eine Abweichung von dieser Regel träfe eine große, wahlpolitisch einflussreiche Bevölkerungsgruppe. Schon frühere Vorschläge, Pensionen einzufrieren oder langsamer steigen zu lassen, stießen im Parlament auf Widerstand. Die Kritik reichte von der radikalen Linken bis zum Rassemblement National.

Die Regierung verweist hingegen auf die langfristige Entwicklung der Ausgaben. Zwischen Januar 2022 und Januar 2026 wurden die Grundrenten infolge der hohen Inflation insgesamt um rund 15 Prozent angehoben. Zugleich wächst mit der Alterung der Bevölkerung die Zahl der Leistungsbezieher. Lescure stellt die geplante Beteiligung der Rentner deshalb als Teil einer breiteren Haushaltskorrektur dar, die sowohl die Ausgaben als auch die Einnahmen erfassen soll.

Der Haushaltsentwurf für 2027 muss anschließend im Parlament beraten und verabschiedet werden. Dort dürfte sich entscheiden, ob die Regierung für eine gestaffelte Unterindexierung oder steuerliche Änderungen eine Mehrheit findet. Bislang stehen weder Einkommensgrenzen noch konkrete Anpassungssätze fest; zugesagt ist lediglich der Schutz kleiner Renten.

Quellen

  • Franceinfo
  • TF1 Info
  • Le Monde
  • RTL

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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