Umwelt

Rekordzahl an Felsstürzen im Mont-Blanc-Massiv

Im Mont-Blanc-Massiv wurden 2026 bereits rund 450 Felsstürze und Steinschläge registriert. Fachleute führen die Häufung vor allem auf die anhaltende Hitze und das Auftauen dauerhaft gefrorener Felsschichten zurück.

Chamonix-Mont-Blanc – 23.08.2026: Im Mont-Blanc-Massiv sind seit Jahresbeginn rund 450 Felsstürze und Steinschläge registriert worden. Nach Angaben des Geomorphologen Ludovic Ravanel vom französischen Forschungszentrum CNRS zeichnet sich damit für 2026 ein Rekordjahr ab. Die ungewöhnliche Häufung betrifft vor allem hoch gelegene Felswände und folgt auf mehrere außergewöhnlich heiße und trockene Monate.

Ravanel erforscht seit Jahren die Instabilität der alpinen Felswände. Er sieht die Zunahme zu einem großen Teil als Folge der menschengemachten Erderwärmung. Die erfassten Ereignisse reichen von kleineren Steinschlägen bis zu umfangreichen Abbrüchen. Für die Bewertung ist neben ihrer Zahl auch das Volumen des gelösten Gesteins maßgeblich, das 2026 ebenfalls besonders hoch ausfällt.

Die meteorologischen Bedingungen waren in diesem Sommer außergewöhnlich. Météo-France meldete für Juli eine Temperaturabweichung von 3,8 Grad gegenüber dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Zugleich gehörte der Monat zu den trockensten seit Beginn der Messungen. Bereits im Juni hatte Frankreich eine historische Hitzeperiode erlebt. Eine weitere Hitzewelle begann am 28. Juli und endete nach Angaben des Wetterdienstes am 19. August.

In großen Höhen hält dauerhaft gefrorenes Wasser viele Risse und Klüfte im Gestein zusammen. Erwärmt sich der Fels über längere Zeit, taut dieser sogenannte Permafrost allmählich auf. Wasser dringt tiefer in Spalten ein, die Bindung zwischen einzelnen Gesteinsblöcken lässt nach. Hitze ist damit nicht die alleinige Ursache jedes Abbruchs, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, dass instabile Partien aus den Wänden brechen.

Eine vom CNRS und mehreren Universitäten veröffentlichte Untersuchung kam bereits zu dem Ergebnis, dass sich Felsinstabilitäten im Mont-Blanc-Massiv seit Beginn des 20. Jahrhunderts mehr als verdoppelt haben. Grundlage sind langfristige Beobachtungen und geologische Auswertungen. Die Häufung dieses Sommers gehört somit zu einer seit Jahrzehnten dokumentierten Veränderung des Hochgebirges.

Die Folgen betreffen Bergsteiger, Hüttenbetreiber und Rettungsdienste. Routen und Zustiege können sich nach Abbrüchen kurzfristig verändern; Gefahrenzonen verlagern sich, einzelne Passagen werden unberechenbarer. Entscheidungen über Sperrungen oder Umgehungen müssen deshalb anhand der örtlichen Verhältnisse getroffen werden. Allgemeine Wetterprognosen genügen für die Beurteilung hochalpiner Routen nicht.

Parallel verschärft die Trockenheit die Lage in Haute-Savoie. Seit dem 20. August gelten nach Angaben der Präfektur in mehreren Einzugsgebieten strengere Beschränkungen des Wasserverbrauchs. Für die Gebiete Usses, Dranses und Chéran wurde die höchste Dürrewarnstufe angeordnet.

Quellen

  • Franceinfo
  • Euronews mit AFP-Angaben
  • Météo-France
  • CNRS Alpes
  • Präfektur Haute-Savoie

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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