Paris – 13.10.2026: Renault-Chef François Provost fordert, zehn Jahre lang keine neuen europäischen Vorschriften für die Automobilindustrie zu erlassen. Auf dem Paris Automotive Summit am Rande des Pariser Autosalons beklagte er eine hohe Regelungsdichte, die nach seiner Einschätzung den Umstieg auf Elektrofahrzeuge erschwert. Europas Autobauer müssten bereits besonders strenge Normen erfüllen.
Provost begründete seinen Vorstoß vor allem mit den Kosten fortlaufender Anpassungen. Neue technische und regulatorische Anforderungen könnten den Preis eines Fahrzeugs nach seinen Angaben um bis zu 3.000 Euro erhöhen. Renault wolle diese zusätzlichen Lasten nicht an die Kundschaft weitergeben. Damit berührt die Forderung einen zentralen Konflikt der europäischen Industriepolitik: Klima- und Sicherheitsziele sollen erreicht werden, während Elektroautos für möglichst viele Käufer erschwinglich bleiben müssen.
Eine zehnjährige Pause soll den Herstellern nach Provosts Vorstellung Planungssicherheit geben und Entwicklungsressourcen freisetzen. Etwa ein Viertel der Ingenieure in den Technologiezentren des Konzerns arbeite derzeit an der Umsetzung regulatorischer Anforderungen, sagte er. Diese Fachkräfte könnten sich stattdessen gemeinsam mit Zulieferern stärker darauf konzentrieren, Produktionskosten zu senken und neue Technik zu entwickeln.
Der Vorstoß erfolgte am zweiten Tag des Mondial de l'Auto, der vom 12. bis 18. Oktober auf dem Messegelände Porte de Versailles stattfindet. Renault zeigt dort zusammen mit Dacia, Alpine und seiner Nutzfahrzeugsparte insgesamt 50 Fahrzeuge, Konzeptstudien und technische Demonstratoren. Der Konzern setzt auf eine schnellere Elektrifizierung seines Angebots und will zugleich die Entwicklungszeiten neuer Modelle verkürzen.
Organisiert wurde der Gipfel vom französischen Branchenverband Plateforme Automobile. Zu den angekündigten Teilnehmern gehörten neben Provost die Vorstandsvorsitzenden von Stellantis und Volkswagen, Antonio Filosa und Oliver Blume, Valeo-Chef Christophe Périllat sowie Xpeng-Gründer He Xiaopeng. Auch Frankreichs Industrieminister Sébastien Martin und der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Stéphane Séjourné, standen auf dem Programm.
Provosts Forderung fügt sich in die Lobbyarbeit der europäischen Autobranche ein. Hersteller und Zulieferer verweisen auf den wachsenden Wettbewerbsdruck durch chinesische Anbieter, deren Elektroautos in vielen Segmenten günstiger sind. Gleichzeitig erfordern europäische Vorschriften hohe Investitionen in Emissionsminderung, Sicherheit, Batterietechnik und digitale Systeme. Renault verbindet den Ruf nach einer Regulierungspause deshalb mit der Forderung nach einer stärkeren französischen und europäischen Industriepolitik.
Eine solche Pause würde bestehende Regeln nicht aufheben, sondern zusätzliche Vorgaben für einen festgelegten Zeitraum ausschließen. Ob der Vorschlag in Brüssel Unterstützung findet, ist bislang offen. Provost beziffert die Belastung jedoch konkret: Bis zu 3.000 Euro könnten neue Anforderungen ein Fahrzeug verteuern.
Quellen
- Franceinfo
- Renault Group
- Mondial de l'Auto
- Borsa Italiana Radiocor
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).