Politik & Gesellschaft

RN schließt Stadtpolizisten aus Carcassonne aus

Nach rassistischen, sexistischen und verschwörungsideologischen Äußerungen hat der Rassemblement National einen Stadtpolizisten aus Carcassonne ausgeschlossen. Die Stadt suspendierte die beteiligten Beamten, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Carcassonne – 09.09.2026: Der Rassemblement National (RN) hat einen Stadtpolizisten aus Carcassonne mit sofortiger Wirkung aus der Partei und von seinen ehrenamtlichen Aufgaben im parteiinternen Ordnungsdienst ausgeschlossen. Anlass ist eine am 8. September veröffentlichte Aufnahme, auf der der Beamte während einer nächtlichen Streife rassistische, sexistische und verschwörungsideologische Äußerungen macht. Die Staatsanwaltschaft von Carcassonne hat ein Ermittlungsverfahren eröffnet.

Die Aufnahme entstand am 6. November 2025 und wurde offenbar unbeabsichtigt von der eingeschalteten Körperkamera eines Beamten aufgezeichnet. Veröffentlicht wurden Ausschnitte aus einer rund sechs Stunden langen Streife der Stadtpolizei. Darin sind abwertende Bemerkungen über Menschen afrikanischer, nordafrikanischer und afghanischer Herkunft zu hören. Das Material enthält zudem homophobe Aussagen, Bezüge zu Verschwörungserzählungen und Äußerungen über Gewalt während des Algerienkriegs.

Der RN erklärte am Mittwoch, die Aussagen seien möglicherweise strafbar und mit den Werten der Partei unvereinbar. Der Polizist war nach Medienberichten ehrenamtlich im Département protection sécurité tätig, dem Ordnungsdienst des RN. Beim Besuch des Parteivorsitzenden Jordan Bardella am 7. Februar 2026 in Carcassonne gehörte er demnach zum Sicherheitsumfeld. Durch diese Nebenfunktion erhält der kommunale Disziplinarfall eine parteipolitische Dimension.

Bürgermeister Christophe Barthès, unter dessen Führung der RN seit Ende März 2026 die Stadt regiert, verurteilte die Äußerungen. Alle auf der Aufnahme erkennbaren Beteiligten seien suspendiert worden, teilte er mit. Die Kommune kündigte dienstrechtliche Verfahren an. Zugleich wies Barthès darauf hin, dass das Material während der Amtszeit der vorherigen Stadtverwaltung entstanden sei. Eine frühere interne Untersuchung habe die Sprecher einzelner Aussagen nicht zweifelsfrei identifizieren können.

Neben den Verfahren der Stadt läuft die Untersuchung der Justiz. Lokalen Medien zufolge befasst sich die Staatsanwaltschaft bereits seit Januar 2026 mit dem Vorgang. Mehrere Beschäftigte der Stadtpolizei sollen den Beamten wegen Drohungen oder Belästigung angezeigt haben. Dieser wiederum soll wegen einer Verletzung seiner Privatsphäre Anzeige erstattet haben. Ob und welche strafrechtlichen Vorwürfe erhoben werden, steht bislang nicht fest.

Kommunale Polizeikräfte unterstehen organisatorisch dem Bürgermeister und übernehmen örtliche Aufgaben der öffentlichen Sicherheit. Äußerungen dieser Art im Dienst können daher disziplinarrechtliche Pflichten zu Neutralität und würdigem Verhalten sowie strafrechtliche Grenzen berühren. Die Suspendierung nimmt ein abschließendes Urteil nicht vorweg, verhindert aber vorerst eine weitere Dienstausübung.

Mehrere Vertreter linker Parteien forderten die Entlassung der beteiligten Polizisten. Die Stadtverwaltung erklärte hingegen, die individuelle Verantwortung müsse in den laufenden Verwaltungs- und Justizverfahren geklärt werden.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • La Dépêche du Midi
  • Anadolu Ajansi

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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