Paris – 10.09.2026: Die Spiele- und Kreativplattform Roblox begeht ihren 20. Geburtstag unter wachsendem Druck, minderjährige Nutzer besser zu schützen. Das 2006 gestartete Angebot verbindet von Nutzern entwickelte Spiele, Chats und eine eigene virtuelle Währung. Gerade seine große Reichweite bei Kindern macht Roblox zu einem wichtigen Prüfstein für Alterskontrollen, Moderation und digitalen Verbraucherschutz.
Die Europäische Kommission stufte Roblox am 31.08.2026 als sehr große Online-Plattform nach dem Gesetz über digitale Dienste ein. Grundlage sind nach Angaben der Behörde durchschnittlich 46,6 Millionen monatlich aktive Nutzer in der Europäischen Union. Damit gelten für das Unternehmen strengere Pflichten: Es muss systemische Risiken für Minderjährige bewerten, Schutzmaßnahmen umsetzen und gegenüber den zuständigen Aufsichtsbehörden genauer Rechenschaft ablegen.
In Frankreich steht Roblox seit Monaten wegen möglicher Kontaktaufnahmen Erwachsener zu Kindern in der Kritik. Die Hochkommissarin für Kinder, Sarah El Haïry, warnte im Januar vor Gefahren auf der Plattform. Franceinfo berichtet zudem über Beschwerden und laufende Verfahren. Einzelheiten zu mutmaßlichen Übergriffen werden wegen des Schutzes der Betroffenen und noch nicht abgeschlossener Ermittlungen vielfach nicht öffentlich genannt.
Auch in den Vereinigten Staaten ist der Konzern mit Klagen von Behörden konfrontiert. Der Generalstaatsanwalt von Nebraska reichte am 04.03.2026 Klage ein. Seine Behörde wirft Roblox vor, Eltern über das Sicherheitsniveau des Dienstes getäuscht und Kinder unzureichend vor sexueller Ansprache, gewalthaltigen Inhalten sowie rechtswidrigen Angeboten geschützt zu haben. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.
Kritik entzündet sich ebenso an den Kaufmechanismen rund um die virtuelle Währung Robux. Sie wird auf der Plattform für digitale Gegenstände und Vorteile ausgegeben. Verbraucherschützer und Kläger beanstanden, dass Minderjährige über glücksspielähnliche Mechanismen oder externe Angebote mit Wetten in Berührung kommen könnten. Eltern können Ausgabenlimits, Zahlungswege, Kontakte und weitere Freigaben in den Benutzerkonten kontrollieren. Solche Einstellungen setzen allerdings voraus, dass Erziehungsberechtigte sie kennen und regelmäßig überprüfen.
Roblox hat seine Schutzvorgaben 2026 erweitert. Weltweit stehen inzwischen die Kontotypen Roblox Kids für Fünf- bis Achtjährige und Roblox Select für Neun- bis 15-Jährige bereit. Bei jüngeren Kindern ist der Chat standardmäßig ausgeschaltet. Für Nutzer unter 16 Jahren sieht das Unternehmen zusätzliche Prüfungen zugänglicher Spiele, altersbezogene Einstellungen und verknüpfbare Elternkontrollen vor.
Damit sind die juristischen Vorwürfe nicht ausgeräumt. Maßgeblich ist, ob die Altersprüfungen zuverlässig arbeiten, verdächtige Kontakte schnell erkannt werden und die Vorgaben auch in der Vielzahl nutzergenerierter Spiele greifen. Durch die Einstufung der Europäischen Kommission muss Roblox den europäischen Aufsichtsbehörden diese Risiken und seine Gegenmaßnahmen künftig umfassender offenlegen.
Quellen
- Franceinfo
- Europäische Kommission
- Roblox
- Generalstaatsanwaltschaft Nebraska
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).