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Saint-Tropez unter Polizeischutz – Luxusparadies im Visier von brutalen Diebesbanden

Saint-Tropez – der Name klingt nach Champagnergläsern am Hafen, Designertaschen unter Palmen und Yachten, so groß wie Villen. Doch hinter der glänzenden Fassade herrscht derzeit ein ganz anderer Ton: Polizeisirenen, verstärkte Patrouillen und eine wachsende Anspannung in den Straßen des Jetset-Hotspots. Denn die glamouröse Perle an der Côte d’Azur erlebt in diesem Sommer eine Welle…

Saint-Tropez an der Côte d'Azur (Foto: Helena Jankovičová)

Saint-Tropez – der Name klingt nach Champagnergläsern am Hafen, Designertaschen unter Palmen und Yachten, so groß wie Villen. Doch hinter der glänzenden Fassade herrscht derzeit ein ganz anderer Ton: Polizeisirenen, verstärkte Patrouillen und eine wachsende Anspannung in den Straßen des Jetset-Hotspots.

Denn die glamouröse Perle an der Côte d’Azur erlebt in diesem Sommer eine Welle von Überfällen, die vor allem eines im Visier haben – Luxus. Armbanduhren im Wert von Kleinwagen, Villen voller Kunst und Schmuck, Bargeld in fünfstelliger Höhe.

Brutale Überfälle im Sommerlicht

Seit Beginn der Saison häufen sich Berichte über skrupellose Täter, die es gezielt auf wertvolle Besitztümer abgesehen haben. Touristen und Prominente sind gleichermaßen betroffen. Besonders schockierend: Der deutsche Unternehmer Robert Geiss wurde im Juni in seiner Villa in Ramatuelle überfallen. Nur wenige Wochen später bot eine österreichische Urlauberin 100.000 Euro Belohnung zur Ergreifung von Dieben – ihre Villa war ausgeraubt worden, der Schaden belief sich auf über eine Million Euro.

Und das sind keine Einzelfälle. Armbanduhren werden von den Handgelenken gerissen, Hotelzimmer geplündert, private Residenzen im Schutze der Nacht aufgebrochen. Für die Opfer ist es nicht nur ein finanzieller Verlust, sondern auch ein brutaler Eingriff in die eigene Sicherheit.

CRS in Bereitschaft – und das in der Hochsaison

Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, hat der Präfekt des Departements Var, Simon Babre, eine klare Antwort gegeben: Mehr Polizei auf die Straßen. Rund 30 Beamte der Bereitschaftspolizei Compagnies Républicaines de Sécurité (CRS) patrouillieren nun zusätzlich durch den Golf von Saint-Tropez – ein deutlicher Kraftakt inmitten der Hochsaison.

Schon zuvor waren 31 Gendarmen als Verstärkung im Einsatz, 13 davon allein in Saint-Tropez. Sie arbeiten Hand in Hand mit den örtlichen Polizeikräften und einer eigens gebildeten „Groupe d’Enquête Spécialisé“ (GES), die sich gezielt um diese Form der organisierten, gewaltsamen Kriminalität kümmert.

Luxus als Risiko – wenn das Image bröckelt

Saint-Tropez lebt von seinem Ruf. Der Ort ist mehr als ein Urlaubsziel – er ist ein Mythos. Doch dieser Mythos gerät ins Wanken, wenn Schlagzeilen nicht mehr von Filmstars, sondern von Überfällen berichten.

Besonders heikel: In einem einzigen Monat wurden gleich mehrere Diebstähle in einem Fünf-Sterne-Hotel verübt. Zwar liegen die Zahlen der Uhren-Diebstähle noch unter den Spitzenwerten der Jahre 2020 bis 2022, doch der Trend beunruhigt Behörden wie Hoteliers gleichermaßen. Wer kommt schon ins Paradies, wenn dort das Risiko im Schatten lauert?

Die Justiz zieht die Zügel an

Pierre Couttenier, Staatsanwalt am Gericht in Draguignan, kündigte eine Null-Toleranz-Strategie an. Jeder rechtliche Hebel soll genutzt werden, um schnelle und harte Urteile zu erwirken. Ziel ist es, Täter abzuschrecken, bevor sie überhaupt zuschlagen – und den Einwohnern wie Gästen das Gefühl zurückzugeben, in Sicherheit zu sein.

Zwischen Jetset und Justiz

Saint-Tropez steht in diesem Sommer an einem Scheideweg. Die Sicherheitslage bedroht nicht nur einzelne Villen oder Luxusboutiquen – sie trifft das Herzstück der Stadt: ihr internationales Ansehen.

Die Behörden setzen auf Präsenz, Kooperation und konsequente Strafverfolgung. Ob es gelingt, die sommerliche Leichtigkeit zwischen Strandclubs und Segelmasten zurückzuholen? Das hängt nun auch davon ab, ob die Täter merken, dass hier nicht mehr nur die Sonne heiß vom Himmel blickt, sondern auch das Auge des Gesetzes.

Autor: C.H.

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