Politik & Gesellschaft

Schüler fordern zehn Milliarden Euro für Bildung

Frankreichs Schüler- und Studentenorganisationen verlangen zusätzliche Milliarden für Bildung und soziale Hilfen. Linke und rechte Politiker streiten darüber, wer die Kosten tragen soll.

Paris – 07.10.2026: Französische Schüler- und Studentenorganisationen verlangen von der Regierung zehn Milliarden Euro zusätzlich für Schulen, Hochschulen und Hilfen gegen die soziale Not junger Menschen. Nach den landesweiten Demonstrationen vom 6. Oktober setzten sie ihre Mobilisierung am Mittwoch fort. Ihre Forderung verbindet Investitionen in den Bildungsbetrieb mit Kritik an ungleichen Lern- und Lebensbedingungen.

Sabrine Kharbach, Sprecherin der Studentenorganisation Union étudiante, hatte die Summe am Rande der Demonstrationen als Voraussetzung für ein Ende der Proteste genannt. Auch der Studentenverband Fage verlangt zusätzliche Mittel. Die zehn Milliarden Euro sind bislang vor allem eine politische Gesamtforderung; eine öffentlich vorgelegte Kostenrechnung, die den Betrag nach einzelnen Maßnahmen aufschlüsselt, gibt es nicht.

Die Regierung reagierte zunächst mit einem Dialogangebot. Das Bildungsministerium setzte für Mittwoch an allen Lycées eine halbtägige Beratungszeit an, in der Schüler ihre Schwierigkeiten und Erwartungen formulieren sollten. Zudem läuft vom 5. bis 23. Oktober eine nationale Onlinekonsultation. Der Etatentwurf für 2027 sieht nach Angaben des Ministeriums für nationale Bildung 64 Milliarden Euro vor, verglichen mit 48,8 Milliarden Euro im Jahr 2017. Pensionsausgaben sind in diesen Beträgen nicht enthalten.

Der politische Streit dreht sich allerdings weniger um die bisherigen Haushaltsansätze als um deren Prioritäten. Ian Brossat, kommunistischer Senator aus Paris, bezeichnete zusätzliche Mittel als Frage politischer Entscheidungen. Er schlug vor, große Unternehmen finanziell stärker heranzuziehen. Damit folgt er der Position der französischen Linken, höhere Bildungsausgaben über zusätzliche Beiträge finanzstarker Unternehmen und Vermögender zu bestreiten.

Yoann Gilet, Abgeordneter des Rassemblement National aus dem Département Gard, verwies dagegen auf die Zuständigkeit der Gebietskörperschaften. Der Staat müsse sie seiner Auffassung nach dazu verpflichten, ihre Aufgaben strikt wahrzunehmen. In Frankreich sind die Regionen insbesondere für Bau, Sanierung und Ausstattung der Lycées verantwortlich. Der Staat finanziert dagegen Lehrpersonal, bestimmt die Lehrpläne und trägt einen wesentlichen Teil der laufenden Bildungsausgaben.

Diese Aufgabenteilung erschwert eine eindeutige Antwort auf die Forderungen. Zusätzliche Milliarden aus dem Staatshaushalt würden örtliche Mängel nicht zwangsläufig beheben, weil Investitionsentscheidungen und Betriebskosten auf mehrere staatliche Ebenen verteilt sind. Zugleich können Regionen ihre Pflichten nur im Rahmen ihrer Einnahmen und staatlichen Zuweisungen erfüllen. Der Protest richtet sich daher faktisch gegen das gesamte öffentliche Finanzierungssystem der Bildung.

Nach Angaben des Bildungsministeriums verlief der Unterricht am Mittwoch an neun von zehn Lycées normal. Schüler- und Studentenorganisationen kündigten dennoch weitere Blockaden und Proteste für den 8. Oktober an.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministerium für nationale Bildung Frankreichs
  • TF1 Info
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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