Politik & Gesellschaft

Schüler in Saint-Denis setzen Proteste fort

Gymnasiasten in Saint-Denis wollen ihre Proteste fortsetzen. Sie fordern mehr Personal, bessere Schulgebäude und mehr Mitsprache bei Entscheidungen über ihre Bildung.

Saint-Denis – 04.10.2026: Schülerinnen und Schüler mehrerer Gymnasien in Saint-Denis haben bei einer Vollversammlung vor dem Rathaus beschlossen, ihre Proteste fortzusetzen. Nach Angaben von Franceinfo bekräftigten sie ihre Forderungen nach besseren Lernbedingungen und mehr Gehör bei Staat und Bildungsverwaltung. Bei der Versammlung am Sonntag sprachen sie über materielle Engpässe, Unterrichtsausfälle und ungleiche Bedingungen zwischen den Schulen.

Die Initiative gehört zu einer Mobilisierung, die Mitte September im Département Seine-Saint-Denis begann und sich anschließend auf weitere Teile Frankreichs ausweitete. In Saint-Denis beteiligten sich unter anderem Jugendliche des Lycée Paul Éluard und des Lycée Frédéric-Bartholdi. Sie verlangen zusätzliche Lehrkräfte, eine verlässliche Vertretung bei Ausfällen, sanierte Gebäude und mehr Studienplätze nach dem Abitur. Der Protest berührt damit den Schulalltag ebenso wie die Aussichten der Jugendlichen nach dem Abschluss.

Die örtlichen Forderungen knüpfen an eine länger geführte Debatte über Bildungsungleichheit an. Der Stadtrat von Saint-Denis verlangte im Frühjahr zusätzliche personelle und materielle Mittel für die Schulen des Départements. In seiner Argumentation bezifferte er die öffentlichen Ausgaben auf 6200 Euro je Schüler, verglichen mit 8800 Euro im übrigen Durchschnitt. Die Zahlen stammen aus einer kommunalen Berechnung und sind kein amtlicher landesweiter Vergleich. Sie dienen der Stadt als Beleg für eine aus ihrer Sicht strukturelle Benachteiligung.

Kritik richtet sich auch gegen den Übergang zur Hochschule. Das zentrale Zulassungsverfahren Parcoursup erzeugt nach Ansicht vieler Beteiligter zusätzlichen Leistungs- und Entscheidungsdruck. Hinzu kommen Klagen über volle Stundenpläne, nicht ersetzte Lehrkräfte und sanierungsbedürftige Gebäude. Nach Statistiken des Bildungsministeriums fielen im Schuljahr 2024/2025 an den Gymnasien zehn Prozent der vorgesehenen Unterrichtsstunden aus.

Das Ministerium reagierte auf die wachsenden Proteste mit Gesprächen. Bildungsminister Édouard Geffray empfing am 2. Oktober Vertreter von Schüler- und Studierendenorganisationen in Paris. Eine verbindliche Zusage zu den zentralen Forderungen gab es Medienberichten zufolge nicht. Die Fortsetzung der Mobilisierung in Saint-Denis macht deutlich, dass die Gespräche den Konflikt bislang nicht beigelegt haben.

Blockaden und öffentliche Versammlungen sind innerhalb der Bewegung umstritten. Bei der Zusammenkunft in Saint-Denis berieten die Jugendlichen deshalb auch darüber, mit welchen Aktionsformen sie Aufmerksamkeit erreichen können. Einen einheitlichen Forderungskatalog aller beteiligten Schulen gibt es nicht; die Schwerpunkte werden vor Ort festgelegt. Die FCPE, einer der großen französischen Elternverbände, forderte am 1. Oktober ebenfalls, die Anliegen der Jugendlichen ernsthaft anzuhören.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • FCPE
  • Stadt Saint-Denis

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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