Politik & Gesellschaft

Schüler und Studenten setzen ihre Proteste trotz Ferien fort

In zahlreichen französischen Städten sind am 22. Oktober Kundgebungen geplant. Die Protestierenden fordern mehr Geld und Personal für das Bildungssystem; in Paris wurde der angemeldete Demonstrationszug verboten.

Paris – 22.10.2026: Schüler- und Studentenorganisationen haben für Donnerstag in zahlreichen französischen Städten zu neuen Kundgebungen aufgerufen. Die Mobilisierung fällt in die Herbstferien, die am 17. Oktober begonnen haben. Die Initiatoren wollen verhindern, dass die seit September anhaltenden Proteste gegen die Zustände an Schulen und Hochschulen während der unterrichtsfreien Zeit an Kraft verlieren.

Die nationale Schülerkoordination erklärte, sie vereine Vertreter aus 27 Städten. Neben Demonstrationen unterstützt sie Versammlungen, Blockaden und Besetzungen. Studentische Gruppen haben sich dem Aufruf angeschlossen. Aktionen werden deshalb auch an Hochschulstandorten erwartet, an denen der Lehrbetrieb anders als an vielen Gymnasien teilweise weiterläuft. Wie groß die Beteiligung während der Ferien ausfällt, dürfte Aufschluss über die Verankerung der Bewegung geben.

Auslöser ist die Unzufriedenheit mit den bisherigen Antworten der Regierung. Zu den Forderungen gehören zusätzliche Mittel für das Bildungssystem, besser ausgestattete Gebäude und mehr Personal. Auch das Zulassungsverfahren für Hochschulen über die Plattform Parcoursup steht in der Kritik. Schülervertreter beklagen überfüllte Klassen und fehlende Lehrkräfte. Die Anliegen verbinden damit den Alltag einzelner Schulen mit grundsätzlichen Fragen der französischen Bildungspolitik.

Nach Angaben der Organisatoren wollen die Verbände nicht bis zu den für Montag, den 26. Oktober, angekündigten Äußerungen von Bildungsminister Édouard Geffray warten. Sein Ministerium hatte Anfang Oktober erste Ergebnisse eines Dialogprozesses vorgestellt; weitere Entscheidungen sollen bis zum Monatsende folgen. Den Schüler- und Studentenorganisationen geht dieses Vorgehen zu langsam. Sie verlangen zudem eine direkte Beteiligung an den Beratungen.

In Paris ist die Lage besonders angespannt. Der für Donnerstag angemeldete Demonstrationszug von Schülern und Studenten wurde nach Angaben aus Sicherheitskreisen untersagt. Die Behörden verweisen auf die Gefahr neuer Ausschreitungen. Nach den landesweiten Protesten vom 17. Oktober waren in mehreren Städten erhebliche Sachschäden und Zusammenstöße mit Sicherheitskräften registriert worden. Kundgebungen außerhalb der Hauptstadt sollen dennoch stattfinden.

Die Bewegung begann im September an einem Gymnasium in Créteil und breitete sich anschließend über Frankreich aus. Zunächst prägten Blockaden von Schulen das Bild, später verschafften Studentenorganisationen dem Protest zusätzliche Reichweite an Universitäten und anderen Hochschulen. Die Aktionen während der Ferien lösen die Mobilisierung nun vom regulären Schulbetrieb und erhöhen zugleich die organisatorischen Anforderungen.

Die Regierung führt parallel Gespräche mit Gewerkschaften und weiteren Akteuren des Bildungswesens. Premierminister Sébastien Lecornu empfing am 21. Oktober Gewerkschaftsvertreter. Schüler- und Studentenorganisationen nahmen an dem Treffen nicht teil. Ihr Ausschluss gehört inzwischen selbst zu den Streitpunkten: Die Jugendlichen verlangen, bei Entscheidungen über Schulen, Hochschulen und den Zugang zum Studium unmittelbar angehört zu werden.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministerium für nationale Bildung
  • LCP – Assemblée nationale
  • Associated Press

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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