Politik & Gesellschaft

Schüler und Studenten weiten Proteste in Paris aus

Am vierten Protesttag blockierten Schüler und Studenten Zugänge zur Universität Panthéon-Assas. Sie fordern mehr Mittel für die Bildung und Änderungen am Zulassungssystem Parcoursup.

Paris – 08.10.2026: Schüler und Studenten haben ihre Proteste am Donnerstag fortgesetzt und mehrere Pariser Hochschulstandorte einbezogen. Vor der Universität Panthéon-Assas blockierten mehrere hundert Demonstrierende den Zugang mit Mülltonnen; Einheiten der Bereitschaftspolizei sicherten die Umgebung. An der Sorbonne Nouvelle versammelten sich Studierende im Freien, nachdem der Universitätsbetrieb ausgesetzt worden war.

Die Aktionen bilden den vierten landesweiten Protesttag einer Bewegung, die Mitte September an Schulen im Großraum Paris begonnen hatte. Am Dienstag, dem 6. Oktober, nahmen nach Regierungsangaben landesweit mehr als 250.000 Menschen an Kundgebungen teil. Seither haben sich Hochschulgruppen verstärkt angeschlossen. Auch in Nantes, Lille und Clermont-Ferrand wurden Blockaden oder Einschränkungen des Lehrbetriebs gemeldet.

Die Organisatoren verlangen höhere Investitionen in Schulen und Universitäten. Sie beklagen überfüllte Klassen, nicht ersetzte Lehrkräfte und bauliche Mängel. Schülervertreter fordern zudem 250.000 zusätzliche Studienplätze. Damit greifen sie den wachsenden Druck beim Übergang vom Abitur an die Hochschulen auf, der vor allem beliebte Studienfächer und Ballungsräume betrifft.

Ein zentraler Streitpunkt ist Parcoursup, das digitale Bewerbungsverfahren für die meisten Studienplätze. Schüler und Studenten kritisieren dessen Auswahlregeln als intransparent und sozial selektiv; Teile der Bewegung verlangen die Abschaffung des Systems. Die Leitung der Sorbonne Nouvelle teilte am 7. Oktober mit, sie teile die Bedenken gegenüber Parcoursup und dem Master-Bewerbungsportal MonMaster. Beide Verfahren organisierten den Zugang zur Hochschulbildung zunehmend nach einer Wettbewerbslogik.

Die Regierung reagierte mit Gesprächen und ersten Zusagen, ohne die Kernforderungen zu übernehmen. Bildungsminister Édouard Geffray kündigte am Donnerstag einen kurzfristigen Notfallplan an, damit ausfallende Lehrkräfte schneller ersetzt werden. Premierminister Sébastien Lecornu hatte zuvor Beratungen zu Studienbedingungen, Personalfragen und Parcoursup angekündigt. Konkrete Beschlüsse stellte er für Ende Oktober in Aussicht.

Zur Auseinandersetzung gehört inzwischen auch Kritik am Polizeieinsatz. Bei den Demonstrationen am 6. Oktober setzte die Polizei in Paris und anderen Städten Tränengas ein. Schüler- und Studentenorganisationen verurteilten das Vorgehen und riefen für Donnerstag zu Versammlungen vor Präfekturen in der Region Île-de-France auf. Dadurch reicht die Mobilisierung inzwischen über bildungspolitische Forderungen hinaus.

Für die Hochschulen bringen Blockaden und Schließungen unmittelbare Einschränkungen des Lehrbetriebs. Die Protestorganisationen wollen den Druck bis zu den angekündigten Regierungsbeschlüssen aufrechterhalten. Sie haben bereits zu weiteren Kundgebungen und einem neuen Streiktag am 13. Oktober aufgerufen.

Quellen

  • Associated Press
  • Le Monde
  • Université Sorbonne Nouvelle
  • Public Sénat
  • Le Parisien

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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